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Kaarst: A57-Ausbau: Lärmschutz hat Priorität

Kaarst : A57-Ausbau: Lärmschutz hat Priorität

Ab Samstag wird die Autobahn in Fahrtrichtung Köln von der L 30 bis zur Brücke "Lange Hecke" um eine Fahrspur erweitert. Vom Krach der Schnellstraße sollen die Kaarster später wenig wie möglich mitbekommen.

Am 4. Januar geht es los: Dann wird die A 57 in Fahrtrichtung Köln von der L 30 bis zur Autobahnbrücke "Lange Hecke" um eine Fahrspur erweitert. Die Arbeiten sollen genau ein Jahr dauern. Im Januar 2015 wird dann die Neusser Seite ausgebaut. Projektleiter Josef de Mülder vom Landesbetrieb Straßenbau NRW erläuterte die Pläne vor kurzem im Planungsausschuss.

Was den Ingenieur, der seit fast 36 Jahren in den Diensten des Landesbetriebs steht, besonders geärgert hat: Es war von einer "schlafenden Baustelle" die Rede gewesen. "Wir setzen jeden Monat 1,2 Millionen Euro um", konterte Josef de Mülder. Und er erklärte das Prinzip, dass zuerst das Drumherum erledigt wird und erst dann die Ergänzung um eine weitere Spur folge. Deshalb stehen bereits die Lärmschutzwälle und auch das Entwässerungssystem ist fertiggestellt.

Beides dient der Umwelt und damit den Anwohnern. "Wir haben für den Lärmschutz hoch absorbierende Materialien gewählt", erklärt de Mülder. Er meint damit vor allem Porenbeton. Die Lärmschutzwand überragt die Fahrbahn um 6,50 Meter. Er steht bereits seit November. Josef de Mülder räumt jedoch ein, dass noch zwei Lücken im kommenden Jahr geschlossen werden müssen, durch die der Autobahnlärm derzeit noch ungehindert dringen kann: Er meint damit die Stellen, an denen zwei Autobahnbrücken, die in 2014 erneuert werden müssen.

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Was den Lärmpegel zusätzlich senken wird, ist der sogenannte Flüsterasphalt. Er kann zu einer Verminderung des Lärms um mindestens zwei Dezibel führen. Neu sind auch die Reinigungsbecken, vier davon im Bereich der Stadt Kaarst, nämlich an der L30 /Broicherfeld, an der Morgensternsheide, im Bereich der Anschlussstelle Holzbüttgen sowie in Höhe der Kampstraße. Erstmals wird das Wasser, das sich auf der Fahrbahn sammelt, mit modernster Technik mit Filtern und Sickerbecken geklärt.

Das Regenwasser fließt nicht mehr in den städtischen Kanal, sondern wird nach Klärung neben der Autobahn versickern. Die bevorstehenden Baumaßnahmen werden den Verkehr rund um Kaarst zähflüssiger machen. Dass zwei Verbindungen, nämlich die von Krefeld auf die A 52 nach Düsseldorf und die von Mönchengladbach auf die A 57 nach Krefeld während der Bauphase gekappt werden, dürfte — so der Projektleiter — die Kaarster Autofahrer wenig tangieren.

Josef de Mülder möchte keine Prognose abgeben, wann der gesamte 64 Kilometer lange Streckenabschnitt vom Autobahnkreuz Kamp-Lintfort bis zum Autobahnkreuz Köln-Nord sechsspurig ausgebaut sein wird: "Da werden Sie von mir keine Aussage bekommen." Möglicherweise könnten zunächst Gelder in die Sanierung der maroden Rheinbrücken abfließen.

In einem ist sich de Mülder indes ganz sicher: "Die Arbeiten an der A 57 im Bereich von Kaarst werden termingerecht beendet werden." Falls das Konsortium, bestehend aus drei Firmen, in Verzug gerate, werde auch samstags und sonntags sowie in drei Schichten gearbeitet. Selbst ein harter Winter sei einkalkuliert worden.

(barni)