Jüchen: Windräder werden aufgebaut

Jüchen: Windräder werden aufgebaut

Das erste der vier Windräder im Windpark Jüchen wird montiert. Schon bald soll die 180 Meter hohe Anlage installiert sein. RWE Innogy investiert im rekultivierten Tagebau rund 20 Millionen Euro in Windkraft.

Mit 157,38 Metern steht der Kölner Dom im Schatten der modernen Onshore-Windräder: Imposante 180 Meter sind diese Windkraftanlagen der 3,4 Megawatt-Klasse hoch, allein 104 Meter misst der Durchmesser der Rotoren. Vier solcher Riesen-Windräder errichtet RWE Innogy im Windpark Jüchen — das erste soll schon bald vollständig installiert sein. Doch damit dieser Zeitplan funktionieren kann, brauchen die Arbeiter vor allem eines nicht: Wind.

Bausatz für ein Windrad im neuen Windpark Jüchen: Jede der vier 180 Meter hohen Anlagen besteht aus Betonsockel (60 Meter hoch), Stahlturm (60 Meter), Gondelanlage und je drei Rotorblättern. Fotos (3) Zenker Foto: Peter Zenker

Ende des Jahres fertig

Der Windpark Jüchen ist ein Beispiel für die Energiewende im rheinischen Braunkohlerevier. Auf dem 45 Hektar großen Gebiet zwischen den Autobahnen 46 und 540 wurde Braunkohle abgebaggert, danach wurde das Areal rekultiviert. Statt der Riesen-Schaufelradbagger sind dort künftig vier große Windräder zu sehen: Sie liefern pro Jahr rund 31 Millionen Kilowattstunden Strom — und decken den Jahresbedarf von mindestens 9300 Familien.

Jetzt wird mit dem Aufbau des ersten Windrads begonnen. Das Ziel formuliert Konrad Böcker, Sprecher der RWE-Tochter RWE Innogy: "Noch in diesem Jahr soll der Windpark Jüchen fertiggestellt und in Betrieb genommen werden." Investitionsvolumen: rund 20 Millionen Euro. Damit dies gelingt, ist Präzision unverzichtbar: "Insbesondere dann, wenn der Rotorstern montiert wird, sollte es relativ windstill sein", sagt Konrad Böcker. Wegen dieser Abhängigkeit vom Wetter könne er auch nicht tagesgenau sagen, wann der Windpark komplett fertig ist.

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Zurzeit steht bereits der 60 Meter hohe Betonsockel der ersten Anlage und der ebenfalls 60 Meter hohe, zweite Turmabschnitt aus Stahl (Hybridturm). In 120 Meter Höhe werden dann die drei Rotor-Blätter montiert. Wichtigster Helfer bei diesem Großprojekt ist ein 150 Meter hoher Kran.

"Die vier Windräder werden nacheinander installiert", erläutert Konrad Böcker. Bei allen vier Anlagen steht bereits der Betonturm; bei drei von ihnen muss die Stahlkonstruktion noch errichtet werden. Erst anschließend können auch Gondelgehäuse und Rotoren montiert werden.

Gemeinsam mit BMR Windenergie hat RWE Innogy vor drei Jahren mit der Planung für den Jüchener Windpark begonnen. Hier setzt die Firma ihre leistungsfähigsten Turbinen am Festland ein: Eine weitere steht in Schleswig-Holstein.

(RP/rl)
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