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Jüchen: Weniger Geld für Jüchens Sportvereine?

Jüchen : Weniger Geld für Jüchens Sportvereine?

Die Gemeinde soll die Kooperationsverträge mit den Sportvereinen neu verhandeln. Das ist einer der Vorschläge der CDU, um das Haushaltsdefizit in den Griff zu kriegen. Anders als in Korschenbroich unterhalten und pflegen die Jüchener Vereine die Sportstätten selbst – im Auftrag der Gemeinde. Dafür gibt es entsprechende Zuschüsse aus der Gemeindekasse – bei weitem der größte Posten unter den freiwilligen Ausgaben. Für die Bereitstellung und den Betrieb der Anlagen zahlte die Gemeinde 2011 etwa 820 000 Euro, und als Zuschüsse und Entschädigungen gingen nochmals rund 400 000 Euro an die Sportklubs.

Der Gemeindesportverband (GSV) zeigt sich gesprächsbereit. "Dinge zu überprüfen für eine Neubewertung, halte ich für legitim", sagte der Vorsitzende Heinz Kiefer. "Qualitative Pflege muss aber Vorrang haben vor der Kostenminimierung. Wir sind bereit, Leistungen zu erbringen, aber die Kommune muss auch dahinter stehen." Die Vereine kümmern sich um die Sporthallen, Sportplätze, die drei Kunstrasenplätze sowie um die beiden Schwimmbäder in Jüchen und Hochneukirch. Sie halten die Anlagen in Schuss, in Schwimmbädern stellen sie Aufsichtspersonal und besorgen Reinigungskräfte, bei Sportplätzen die Platzwarte. Die Gemeinde spart auf diese Weise Personal, und die Vereine sind Herr auf der eigenen Anlage.

Nun ist im Haushaltssicherungskonzept für 2012 der gesamte Posten um rund 100 000 Euro reduziert. Einsparungen könnten zudem durch eine Zentralisierung von Sportstätten erreicht werden. Nicht für jeden Kunstrasenplatz müsste etwa ein Platzwart fachmännisch ausgebildet werden und obendrein teures Pflegegerät angeschafft werden. Die CDU hofft, durch neue Formen der Zusammenarbeit mit den Sportvereinen die Qualität zu erhalten und trotzdem Kosten zu sparen. Die Gemeinde soll die Verträge kündigen und Bürgermeister Zillikens mit den Vereinen neu verhandeln. Womöglich soll das Engagement mitgliederstarker Vereine ausgeweitet werden. Doch da sieht Kiefer, auch Vorsitzender der SG Gierath, ein Problem: "Die Leistungsfähigkeit ist beschränkt, irgendwann ist die Grenze erreicht."

(RP)