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Jüchen: Weisweiler-Elf kickt für guten Zweck

Jüchen : Weisweiler-Elf kickt für guten Zweck

Der SV 09 Otzenrath organisierte ein Fußballfest für eine not geratene Familie.

Herbert Brockerhoff, Vereinschef des SV 09 Otzenrath, und sein Organisationsteam waren beim Benefiz-Fußballspiel gegen die Weisweiler-Elf von Borussia Mönchengladbach total aus dem Häuschen. "Es sind heute mit gut 2000 Leuten mehr als doppelt so viele Menschen bei unserer Veranstaltung als wir erhofft hatten". strahlte Brockerhoff.

Mit dabei - direkt aus Spa von der Formel I und ohne Honorar - waren die Sportmoderatoren Florian König und Heiko Wasser. Auch Klaus Kleeblatt mit seiner Livemusik "Heldensong" verlangte keine Gage. Der gesamte Erlös der Veranstaltung soll der Familie Hütges zugute kommen. Die Mutter von zwei Söhnen im Alter von elf und zwölf Jahren liegt seit 20 Monaten im Wachkoma, seit ihr bei einem Spiel der Weisweiler-Elf in Krefeld auf der Zuschauertribüne ein Aneurysma im Kopf geplatzt war. Es gibt keine Hoffnung - die kranke Frau ist schon lange im Hospiz. Obendrein wurde der Vater der beiden traumatisierten Kinder, ein gelernter Dachdecker, in dieser ausweglosen Situation arbeitslos. "Familie Hütges, deren Kinder Marco und Timo in unserem Verein seit vier Jahren Fußball spielen, steht unverschuldet vor dem existenziellen Ruin", weiß Brockerhoff.

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Zugunsten der Familie wurde mit Hilfe vieler Sponsoren ein großes Fest auf die Beine gestellt. Die Stars der Weisweler-Elf verzichteten auf Gage und hatten darüber hinaus auch nichts gegen Foto-Shootings und Autogrammstunden. Zunächst gab es ein Auftaktspiel der Jugendmannschaft gegen die Kids von Alemannia Aachen. Und als dann die Borussen mit Otzenrather Kindern an der Hand aufs Spielfeld kamen, war selbst Bürgermeister Harald Zillikens nicht mehr zu bremsen - mit großen Schritten rannte er auf den Rasen und machte Fotos.

Übrigens ging der große Wunsch des kleinen Ben Kämmerling in Erfüllung: Er führte Stürmer Mike Hanke aufs Spielfeld. Marco Hütges (11) ging mit Torben Marx, und sein Bruder Timo (12) mit Alexander Chiquinho. Und wenn auch Otzenrath letztendlich hoch verloren hatte, tröstete Borussen-Torwart Claus Reitmeier: "Heute ist nur der gute Zweck wichtig."

(kvm)