Jüchen: Terminal soll weitere Firmen anziehen

Jüchen : Terminal soll weitere Firmen anziehen

In Jüchen planen niederländische Investoren direkt an der A 540 einen Container-Umschlagplatz für 40 Millionen Euro.

Neue Impulse für den Wirtschaftsstandort Grevenbroich aus Jüchen: Eine niederländische Investorengruppe will auf einer 8,5 Hektar großen Fläche ein Container-Terminal aufbauen — ein Investitionsvolumen "bis zu 40 Millionen Euro", sagt Jan Starmans vom Transportunternehmen BV aus Kerkrade. Das Areal grenzt direkt an das geplante interkommunale Gewerbegebiet von Grevenbroich und Jüchen an der A 540. Wegen dieser Nähe erhofft sich Grevenbroichs Verwaltungschefin Ursula Kwasny einen Impuls für die Region: "Wenn der Container-Terminal relasiert wird, könnte das auch das interkommunale Gewerbegebiet voranbringen. Wir sind auf diese Flächen angewiesen, um neue Unternehmen ansiedeln zu können."

Die niederländischen Investoren suchten gezielt nach einem Standort zwischen Bergheim und Venlo für den geplanten Umschlagplatz. Container aus Amsterdam und Rotterdam sollen schneller über die Schiene umgeschlagen werden.

"Mehrere Standorte, darunter auch in Mönchengladbach, standen zur Wahl", erläutert Norbert Bienen, geschäftsführer der Mönchengladbacher Immobiliengruppe Bienen und Partner, der eine passende Fläche suchte. Fündig er in Jüchen — auf einem Areal, in dem die Gemeindeverwaltung bisher kaum Potenzial gesehen hatte. So diente es bisher als Parkplatz für Veranstaltungen bei "Polo" und war zudem als ökologische Ausgleichsfläche im Gespräch. Das 1100 Meter lange, schlauchförmige Stück hinter 3M, zwischen der Autobahn und der Eisenbahnlinie gelegen, erfüllte die Kriterien der Investoren: für Harald Zillikens ein Glücksfall — und vielleicht auch für Grevenbroich.

"Inzwischen haben gemeinsame Gespräche zwischen den Investoren, RWE Power und der Bezirksregierung stattgefunden. Wir werden jetzt die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen", kündigte Jüchens Verwaltungs-Chef an. Er hält eine Entwicklungszeit von "drei bis fünf Jahren" für realistisch; Jan Starmanns hofft dagegen auf einen Start bereits im Jahr 2016. Wie das bimodale Container-Temrinal aussehen könnte: Mit zwei bis drei elektrischen Kränen werden die Container entladen und direkt auf Lkw weiterverladen. "Damit können wir den Verkehr von Jüchen in die Niederlande von 100 auf 20 Lastwagen reduzieren; zudem werden weniger Kilometer gefahren", erläutert Starmann. Ähnliche Container-Termimals unterhält er mit seinen Partnern bereits in Born und Limburg.

RWE könnte dieses Projekt durch einen neuen Autobahnanschluss unterstützen; das Unternehmen würde auch die Entwicklung des benachbarten Gewerbegebiets listen. Dort wollen Grevenbroich und Jüchen Industrie ansiedeln: "Wir warten immer noch auf die notwendige Änderung des Regionalplans", sagt Harald Zillikens. — "Für Grevenbroich ist das Gebiet unverzichtbar; wir brauchen die Steuereinnahmen und die Arbeitsplätze", ergänzt Ursula Kwasny.

(RP)
Mehr von RP ONLINE