Studierende der RWTH Aachen entwerfen Visionen für Dokumentationszentrum am Tagebau Garzweiler

Für Tagebau Garzweiler : Ideen für das Dokumentationszentrum

Neun Examensarbeiten der RWTH Aachen liefern Ideen, wie eine entspechende Einrichtung am Tagebau Garzweiler gestaltet sein könnte. Der Zweckverband Landfolge Garzweiler will die Impulse aufnehmen.

Der Zweckverband Landfolge Garzweiler plant, am Tagebau Garzweiler ein Dokumentationszentrum zu errichten. Die Überlegungen dazu sollen im kommenden Jahr starten. Visionen, welche Funktionen ein solches Zentrum haben, wie es aussehen und wo es liegen könnte, gibt es aber schon heute. Erarbeitet haben sie neun Architekturstudenten der RWTH Aachen für ihre Examensarbeiten. „Die Studierenden haben tolle Ideen geliefert“, sagte Volker Mielchen, Geschäftsführer des Zweckverbands der Kommunen Erkelenz, Jüchen, Mönchengladbach und Titz. „Wir haben dadurch Impulse erhalten, und unser Vorstellungshorizont, wie ein Dokumentationszentrum gestaltet werden könnte, ist erweitert worden.“

Die Visionen der Studenten sollen zwar nicht eins zu eins umgesetzt werden, doch will der Zweckverband weiter überlegen, was am Tagebaurand geschehen soll. „In den Arbeiten sind richtige und wichtige Punkte getroffen werden“, sagte Mielchen. Dazu gehöre der Gedanke, nicht auf den erst in etlichen Jahrzehnten befüllten Restsee zu warten „oder die für den Tagebau gekappten Straßenverbindungen mit dem Dokumentationszentrum einzubeziehen“.

Auf zwei Orte haben sich die Studenten konzentriert, an denen das Dokumentationszentrum angesiedelt werden könnte: Holzweiler und Jackerath. Über den Standort werde erst ab dem nächsten Jahr beraten. „Uns zeigen die Ergebnisse aber schon jetzt, dass die Einbettung eines Dokumentationszentrums in die Umgebung sehr interessant gelöst werden kann – vom Pavillon bis zum Turm.“

Marica Vitt hat sich mit dem Immissionsschutzwall beschäftigt, der vor Holzweiler angelegt wird und im Nordosten des Ortes jenen Punkt herausgearbeitet, von dem aus die Veränderungen der Landschaft durch den Tagebau in den nächsten Jahrzehnten am längsten beobachtet werden kann. Ebenfalls mit dem Wall hat sich Matthias Bruns beschäftigt, der diesen „als eine Dünenlandschaft gestaltet wissen möchte, in die hinein ein minimalistisches Dokumentationszentrum gebaut werden könnte.“ „Straßenverbindungen, die für den Tagebau radikal abgeschnitten werden“, machte sich Tina Gettmann zum Thema. Durch das Grüne Band, das um den Tagebau angelegt werden soll, durch das Dokumentationszentrum und bis an den Tagebaurand heran – so würde der Dorfkern von Holzweiler mit dem Besucherzentrum verbunden.“ Andere Studenten beschäftigten sich mit Jackerath. Auffällig ist, dass alle Entwürfe in die Höhe geplant worden sind.

Das mag an der Topografie liegen und am Verkehrsknotenpunkt der Autobahnen 44 und 61, der möglicherweise dazu angeregt hat, etwas für Vorbeifahrende weithin Sichtbares zu entwerfen. Zu ihrer Idee erklärte Alicia Heinrichs: „Ich würde einen Orientierungspunkt in der sich verändernden Landschaft geben wollen – mit Ausblick von einem Turm in den Tagebau, auf das geplante Innovation Valley bei Jüchen und auf den Restsee.“