Streit um Pflegeverträge für die Jüchener Fußballplätze

Sportstätten in Jüchen : Streit um Verträge für die Fußballplätze

Der Gemeindesportverband verlangt neue Pflegeverträge für Fußballvereine, um die Kostensteigerungen aufzufangen. Die Stadt will den Vereinen jetzt entgegen kommen und bietet einen Zuschuss oberhalb der Tarife für Minijobber an.

Nach einem bis dato bewährten Verfahren hat die Stadt Jüchen den Großteil ihrer Sporthallen, Schwimmbäder und Fußballplätze in die Trägerschaft der Sportvereine übertragen. „Sand im Getriebe“ gibt es jetzt aber durch die Fußballvereine, die neue Pflegeverträge haben wollen, weil die derzeitigen die allgemeinen Kostensteigerungen nicht berücksichtigten. „Auf die Finger geschaut“ wurde überdies jetzt den übrigen Träger-Vereinen, was den Pflegezustand der für Sportstätten anbelangt. Denn die CDU hatte im Sportausschuss eine Kontrolle angeregt, deren Ergebnis die Stadtverwaltung jüngst im Bauausschuss vorlegte.

Das Fazit der Hallenkontrollen: Die durch Fremdfirmen geleistete Hallenreinigung wird als zufriedenstellend bewertet. Klagen über den Hygienezustand gibt es lediglich, wenn Schulklassen die Hallen für den Sportunterricht genutzt haben. Die Lehrer sollten pädagogisch auf die Kinder einwirken, keinen Müll in den Hallen und Umkleiden liegen zu lassen, wurde im Ausschuss gefordert. Die Verwaltung lehnte aber aus Kostengründen ab, die Reinigungsintervalle für den Schulsport zu verkürzen.

Die CDU sei mit der Bestandsaufnahme durch die Verwaltung zufrieden, sagte Sprecher Ralf Cremers. Ziel seiner Fraktion sei es gewesen, den Trägervereinen und vor allem auch der beauftragten Reinigungsfirma zu verdeutlichen, dass auch künftig Kontrollen stattfinden können und werden. Überprüft wurden übrigens die Zweifach- und die Dreifachsporthalle an der Stadionstraße, die Dreifachsporthalle in Gierath, die Sporthalle an der Gartenstraße und die Peter-Bamm-Halle in Hochneukirch.

Für neue Pflegeverträge mit den Fußballvereinen macht sich jetzt der Vorsitzende des Gemeindesportverbandes (GSV), Heinz Kiefer, in einem Anschreiben an alle Ratsfraktionen stark. Bereits vor mehr als einem Jahr habe der GSV dringenden Handlungsbedarf in Bezug auf die aktuell gültigen Pflegeverträge deutlich gemacht. Wegen der in vielen Bereichen angestiegenen Kosten zum Beispiel durch die Inflationsrate, den Mindestlohn und durch die vermehrte Nutzung von Schulen, Vereinen und anderen Institution benötigten die Vereine dringend eine Anpassung der aktuell gültigen Pflegeverträge. Kiefer wirft dem Bürgermeister vor, das Thema „auszusitzen“ . Die Stadtverwaltung bezieht aber auf Redaktionsnachfrage Stellung und bestätigt: In der Sitzung des Sportausschusses im Juni 2018 sei die Verwaltung beauftragt worden, die Pflegeverträge mit den Fußballvereinen zu evaluieren. Es seien damals bestimmte Zeitkontingente für die einzelnen Pflegevorgänge zusammen mit den Vereinen ermittelt worden. Die Kontingente seien, übereinstimmend mit dem damaligen Tariflohn, für die eingesetzten Arbeitskräfte multipliziert worden, so dass sich daraus der individuelle Zuschussbetrag für die einzelnen Vereine ergeben habe. „Bei einem gleichen Sportplatzbestand gehen wir davon aus, dass sich an den Zeitkontingenten keine Änderung ergeben hat. Wir haben jedoch die Vereine gebeten, eventuelle Änderungen begründet darzulegen“, berichtet Stadtsprecher Norbert Wolf. Mit gleichem Schreiben habe die Verwaltung ebenfalls darum gebeten, die Einnahmen anzugeben. „Unter Beachtung der bisherigen Aspekte hat die Verwaltung den Vereinen einen überarbeiteten Zuschussvorschlag unterbreitet. Hierbei werden, wie bisher, Tariflohnkosten im höheren Bereich für ungelernte Arbeiter im Garten- und Landschaftsbau, zuzüglich eines 30-prozentigen Zuschlags für Sozialversicherungsbeiträge, berücksichtigt“, erläutert Wolf weiter und fügt hinzu: „Diese Erhöhung des Zuschusses würde über der vertraglich vereinbarten Steigerung des Preisindexes liegen. Der zugrunde gelegte Tariflohn liegt deutlich über dem Mindestlohn, den die Vereine in der Regeln an ihre Minijobber zahlen.“ Die Vereine seien dazu um Stellungnahme bis zum 9. Mai gebeten worden.