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Jüchen: Streit um Kreisel-Kunstwerk

Jüchen : Streit um Kreisel-Kunstwerk

Horst Lerche hat für einen Kreisverkehr ein Kunstwerk entworfen. Über einen Sponsor soll es finanziert werden. Zwar stimmte der Gemeinderat dem Konzept zu, doch die Kritik am Drei-Meter-Stahlkonstrukt ist groß.

Seit sechs Jahren diskutieren Jüchener Politiker über ein Geschenk des Künstlers Horst Lerche an seine Heimatgemeinde. Zwar votierte der Gemeinderat mit Mehrheit dafür, Lerches Entwurf für den Kreisverkehr am Neubaugebiet Auenfeld umsetzen zu lassen – doch die Diskussion ist damit nicht abgeebbt. CDU-Ratsherr Werner Hüsselamnn kritisierte den Modell-Entwurf: "Ich habe noch keinen Jüchener getroffen, der sich damit identifizieren würde." Eine Ansicht, mit der er sich in seiner Fraktion zwar nicht durchsetzen konnte. Doch Kritiker gibt es einige. Gerolf Hommel (FWG) wettert gegen das "Drei-Metter-Klettergerüst, das besser auf einen Spielplatz passen würde".

Der Künstler und Wahl-Jüchener Horst Lerche (r.) hat vor sechs Jahren eine Installation für einen Kreisverkehr entworfen. Für das Projekt ( Foto: K.N./IKR

"Keine Kosten für die Gemeinde"

Horst Lerche lebt seit 1976 in Jüchen, hat sich auf dem Hamscher Hof ein Atelier eingerichtet. Sein künstlerisches Schaffen ist vielfältig – von ihm stammt etwa der Blaue Turm auf Schloss Moyland – und preisgekrönt, etwa mit dem "Förderpreis für Bildende Kunst" der Stadt Berlin. 2006 entwarf der Wahl-Jüchener eine Stahlkonstruktion für einen Kreisverkehr: drei Meter hoch, 90 Zentimeter breit. Schmücken sollte es den Kreisverkehr an der Neusser Straße.

Doch seine Geste der Heimatverbundenheit lieferte über sechs Jahre nur Stoff für zahlreiche Diskussionen. Jetzt hat der Gemeinderat nach heftiger Diskussion Horst Lerches Stahlkonstruktion mit "Jüchen"-Wappen für den Kreisel zugestimmt. Bürgermeister Harald Zillikens wies darauf hin, dass das Projekt nur unter den Bedingungen möglich sei, "dass der Gemeinde weder durch dessen Errichtung noch durch dessen weitere Pflege Kosten entstehen". Wilfried Unrein unterstrich für die FDP-Fraktion: "Der Gemeinde entstehen für das Kunstwerk selbst keine Kosten." Für den finanziellen Aufwand von rund 8000 Euro habe ein Sponsor gefunden werden können.

Vertreter von SPD und Freier Wählergemeinschaft (FWG) wollten über das Thema noch nicht abschließend entscheiden. Jörg Bäumer schlug für die Sozialdemokraten vor, "das Anliegen im nächsten Ausschuss zu diskutieren und eine Ausstellung des Konzepts im Jüchener Rathaus zu machen". Mit diesem Vorschlag setzte er sich ebenso wenig durch wie Gerolf Hommel. Dessen FWG-Fraktion hatte beantragt, "die Diskussion zu beenden und kein Kunstwerk zu errichten". Stattdessen solle über einen Wettbewerb ein neuer Entwurf ermittelt werden: "Dann können auch Schüler oder Umweltorganisationen wie ,Bund' und ,Nabu' mitmachen." CDU und FDP waren sich in ihrer Zustimmung einig: "Wir unterstützen das Projekt", betonte Norbert Esser (CDU).

(RP)