Jüchen: Strategie für gute Zukunft Jüchens

Jüchen: Strategie für gute Zukunft Jüchens

Die Gemeinde Jüchen ist landesweit eine von nur 15 Kommunen, die am Projekt "Global nachhaltige Kommune" teilnehmen. Ein 100 Seiten starkes Strategie-Papier bündelt konkrete Ideen für diverse Bereiche.

Die Nachhaltigkeitsstrategie der Gemeinde Jüchen ist vor allem eines: ein riesen Batzen Papier. 100 Seiten zählt der Katalog, der eine ganze Reihe von Entwicklungskategorien in sich bündelt. Kurz gesagt: Die Nachhaltigkeitsstrategie ist die "globale Entwicklungsagenda 2030" der Vereinten Nationen heruntergebrochen auf die Gemeinde Jüchen. Sie ist die kleinste und eine von nur 15 Kommunen in Deutschland, die am Projekt "Global nachhaltige Kommune" teilnehmen.

Bis 2025 sollen fünf Ladestationen für Elektroautos entstehen. Foto: gt

Das Papier umfasst sechs Leitlinien, 18 strategische und 38 operative Ziele sowie 60 Maßnahmen, die Rat und Verwaltung nach und nach umsetzen sollen. "Die Nachhaltigkeitsstrategie soll nicht wie viele andere Konzepte als Schrankware enden", betont Bürgermeister Harald Zillikens. Die Ziele und Maßnahmen sollen als "großes Ganzes" in Form der Strategie vom Rat verabschiedet und künftig wiederum bei den Entscheidungen in den einzelnen Ausschüssen berücksichtigt werden.

Bis 2022 sollen alle Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut sein. Foto: lber

Aufgrund ihres Umfangs wirkt die Strategie, die bei Sitzungen mehrerer Steuerungsgruppen mit unterschiedlichen Akteuren in den vergangenen Monaten erarbeitet wurde, ein wenig abschreckend. Allerdings ist darin alles konkret formuliert: So sollen bis 2025 an mindestens fünf Orten im Gemeindegebiet Ladestationen für E-Autos installiert werden. "Zum Beispiel am Adenauer-Platz in Hochneukirch oder auf dem Parkplatz am Haus Katz", sagt Zillikens, der das Projekt "Global nachhaltige Kommune in NRW" auch deshalb für sinnvoll hält, weil es fast alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens abdeckt. "Es gibt zahlreiche Überschneidungspunkte", berichtet der Bürgermeister. Die Gemeinde habe für die Gesamt-Strategie eine Reihe anderer Projekte wie "Familienfreundliche Kommune" oder "Jüchen 2020" eingestellt. "Die Projektgruppen sollen künftig dranbleiben und klären, ob sich etwa die Ausgangslagen ändern und ob die jeweiligen Ziele näherrücken", erläutert Projektkoordinator Michael Schmeißer.

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Der Verwaltungsmitarbeiter nennt weitere Beispiele, darunter den Ausbau des Ganztagsangebotes an Schulen und Begrünungsmaßnahmen zur Steigerung des Erholungswertes. Darüber hinaus sollen alle Bushaltestellen im Gemeindegebiet bis 2022 barrierefrei ausgebaut sein - sofern sich dies bautechnisch umsetzen lässt. Die Entwicklung des großen interkommunalen Gewerbegebiets mit Grevenbroich gehört ebenfalls zu den aufgelisteten Maßnahmen, das Ziel: Die Zahl der Arbeitsplätze in Jüchen soll bis 2025 um 120 steigen, jeder zehnte soll ein Ausbildungsplatz sein.

Ein anderes Ziel nennt Harald Zillikens: "Die Gemeinde Jüchen will nach Möglichkeit bis 2030 bilanziell unabhängig von fossilen Energieträgern sein." Für eine Kommune, die direkt am Braunkohlentagebau liegt, ist das ein Ziel, das auf viele erst einmal ungewöhnlich wirken könnte. Allerdings ist die Gemeinde auf einem guten Weg. Künftig soll weiter auf alternative Energien - unter anderem auf Windkraft und Solaranlagen - gesetzt werden. Zillikens ist bewusst, dass die Strategien auch Konfliktpotenzial bieten und teilweise ein Umdenken erfordern.

(cka)