St. Jakobus Jüchen weiht Pfarrbüro ein und feiert Messe für Tagebau-Mitarbeiter.

St.-Jakobus-Pfarrgemeinde: Einweihung des Pfarrbüros und „Tagebau“-Messe

Die Jüchener St. Jakobus-Gemeinde weiht ihr neues Pfarrbüro ein. Zuvor wird die Barbaramesse für die Kohle-“Bergleute“ gefeiert, die Tagebauleiter Markus Kosma mitgestaltet. Er spricht auch über den Strukturwandel.

Zwei Ereignisse stehen bei der St. Jakobus-Pfarrgemeinde Jüchen noch vor dem Weihnachtsfest ins Haus. Der aufwändige Erweiterungsbau für das alte Pfarrbüro, das aus allen Nähten platze, konnte fertiggestellt werden. Und am zweiten Adventssonntag wird die Einweihung gefeiert. Zuvor steht aber am morgigen ersten Advent die Barbaramesse in St. Jakobus an, die diesmal unter einem besonders aktuellen Vorzeichen steht und von den Beschäftigten aus dem Tagebau Garzweiler sicherlich auch mit einiger Betroffenheit angesichts des nahenden Kohleendes und des Strukturwandels begangen wird.

Die Einweihungsfeier für das neue Pfarrbüro an der Rektor-Thoma-Straße, am Parkplatz vor dem Haus Katz, findet am 9. Dezember im Anschluss an die Heilige Messe ab 9.30 Uhr mit einer offenen Tür ab 10.30 im Neubau statt. Die ersten Planungen für das neue Pfarrbüro gingen schon auf das Jahr 2009 zurück, der Bau startete im Oktober 2017. Mit knapp über 150 Quadratmetern wurde die Grundfläche des Pfarrhauses aus dem Jahr 1960 etwas mehr als verdoppelt. „Wir haben in Holz-Ständerbauweise gebaut, was in vielerlei Hinsicht sehr nachhaltig ist,“ erläutert Architekt Norbert Bollesen sein Vorgehen.

In die Baukosten von gut 500\.000 Euro sind auch die Sanierung des vorhandenen Daches in Verbindung mit einer Betonsanierung sowie die Erneuerung der Heizungsanlage mit eingeflossen. Auch die Außenanlagen wurden überarbeitet. Zudem wurden auf dem Pfarrhaus-Gelände zusätzliche Auto-Stellplätze eingerichtet – was die teils angespannte Park-Situation auf dem Parkplatz am Haus Katz etwas entlasten soll, wie Pfarrer Ulrich Clancett betont.

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Der eingeschossige Anbau mit fünf Büros, einer Teeküche und einem Sitzungsraum mit Abstellraum wird ergänzt durch die Schaffung eines Wartebereiches, den Einbau sanitärer Anlagen in den Bestandsbau und der dortigen Einrichtung der Technik-Zentrale. „Dabei waren auch Vorgaben des Denkmalschutzes zu berücksichtigen, liegt das Pfarrhaus doch mit der Jakobuskirche und dem historischen Haus Katz zwischen zwei erstrangigen Denkmälern der Gemeinde Jüchen,“ erläutert Clancett.

Die Barbaramesse wird morgigen ersten Advent ab 9\.30 Uhr in der Jakobuskirche gefeiert. Nach alter Tradition treffen sich die Bergleute zum Fest ihrer Schutzpatronin, der Heiligen Barbara. Der Gottesdienst steht unter dem Leitwort „Kommt und seht!“. Das Leitwort, bei einem Vorbereitungstreffen im September ausgewählt, soll zum Innehalten einladen. Angesichts der vielfältigen, auch unerwarteten Veränderungen sei das Wort, sei Kommunikation absolut notwendig, so die Vorbereitungsgruppe um Tagebaudirektor Markus Kosma und Jakobuspfarrer Ulrich Clancett, der den Gottesdienst feiern und auch die Predigt halten wird. Clancett sagt im Vorfeld des Gottesdienstes: „Den Bergleuten des Tagebaus ist es wichtig, auf diese Weise gut nachbarschaftliche Beziehungen zu den Anwohnern ihrer Arbeitsstätte zu pflegen.“ Und Kosma will die Einladung Jesu an seine späteren Jünger in der Messe thematisieren und den weltlichen Aspekt hinzufügen. Er sagt: „Wenn Menschen bereit sind, sich zum Kennenlernen, Miterleben und Zuhören einladen zu lassen, sich auf etwas oder auf andere Menschen einzulassen, dann erfüllen sie die wesentliche Voraussetzung für einen funktionierenden gesellschaftlichen Dialog.“ In diesem Sinne lädt der Tagebauleiter auch ein, sich in Zeiten von Energiewende und Kohlekommission mit der Braunkohle zu befassen, nicht vorschnell zu urteilen, sondern sich seine Meinung gründlich zu bilden. Er erweitert das Zitat aus dem Evangelium zu: „Kommt, seht, versteht und respektiert.“ Denn die Region sei unser aller Heimat. „Und wir alle haben ein Recht darauf, dass wir hier auch in Zukunft gut leben und arbeiten können,“ sagt Markus Kosma zum Strukturwandel.

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