1. NRW
  2. Städte
  3. Jüchen

Jüchen: Sportentwicklungsplan stoppt Kunstrasenplatz

Jüchen : Sportentwicklungsplan stoppt Kunstrasenplatz

Alle aktuell beabsichtigten Investitionen für Sportstätten müssten für einen Sportentwicklungsplan gestoppt und neu bewertet werden.

Für den vom Gemeindesportverband angeregten Sportentwicklungsplan würde die Gemeinde Jüchen maximal 50.000 Euro an Gutachterkosten zur Verfügung stellen. Das geht aus dem Beschlussvorschlag zur nächsten Sportausschusssitzung hervor. Sollten die Politiker die Verwaltung mit der Ausschreibung für die Ingenieurleistungen zur Erstellung eines Sportentwicklungsplanes beauftragen, dann zöge dies auch bereits Konsequenzen für die ausstehende Entscheidung über einen Kunstrasenplatz in Otzenrath nach sich. Denn die Verwaltung hat bereits verdeutlicht, dass bis zur Fertigstellung eines Sportentwicklungsplanes keine neuen investiven Projekte umgesetzt werden sollen. Und dazu würde auch dieser neue Kunstrasenplatz gehören.

Zudem hat die Verwaltung dem Fachausschuss bereits klar gemacht, dass eine Sportentwicklungsplanung voraussichtlich zwischen 40.000 und 60.000 Euro kosten würde und diese Mittel im Haushaltsplan 2018 nicht zur Verfügung stehen. Sie müssten also außerplanmäßig bereitgestellt werden. Auch müsste der Gemeinderat einer Sportentwicklungsplanung noch zustimmen. Neben dem SV 09 Otzenrath wären übrigens auch der VfL Viktoria Jüchen Garzweiler und der SV Bedburdyck-Gierath von einem vorläufigen Investitionsstopp und einer ausstehenden Entscheidung je nach den Empfehlungen aus einem Sportentwicklungsplan betroffen. In Jüchen geht es es dabei ebenso wie in Gierath um neue Flutlichtanlagen. In Gierath muss die bestehende Flutlichtanlage außerdem DIN-gerecht umgebaut werden. Diese Verpflichtung besteht, weil die Strom führende Freileitung zurückgebaut wurde.

Besonders negativ für den SV 09 Otzenrath könnte sich bei der Entscheidung für einen Sportentwicklungsplan auch die Tatsache herausstellen, dass derartige Gutachten zwar eine Bestandsaufnahme und die Wünsche der Vereine und sonstiger Beteiligter, nicht aber die im Falle des SV 09 Otzenrath hinzu kommenden Sozialfaktoren gewichten können. Denn der Otzenrather Sportverein untermauert seine Forderung nach einer eigenen Kunstrasensportstätte vor Ort mit seinem exklusiven Engagement für die Gemeinschaftsveranstaltungen im Umsiedlungsdorf, zu der auch die Kirmes gehört.

Ein Professor vom Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung an der Fachhochschule für Sport und Management in Potsdam wird im Ausschuss nähere Ausführungen zu Sportentwicklungsplänen geben. Eine moderne Sportentwicklungsplanung ermögliche neben dem Abbild eines Status Quo und der Erhebung von Daten, eine wissenschaftliche Betrachtung eine Prognose über mehrere Jahre hinweg. Und die Ergebnisse sollen in künftige Planungen der Stadtentwicklung mit einfließen, heißt es in der Verwaltungsvorlage für den Sportausschuss. Sei eine Beauftragung von Vereinen und sonstigen Sporttreibenden gewünscht, so könnte damit nach den Sommerferien begonnen werden. Die Ergebnisse könnten dann im Sportausschuss etwa Mitte 2019 vorgestellt werden. Durch diesen Zeitplan sei sichergestellt, dass Projekte, die kurzfristig zu realisieren wären, in die Haushaltsberatungen für 2020 einfließen könnten.

(NGZ)