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Jüchen: Sechs Festnahmen nach Party

Jüchen : Sechs Festnahmen nach Party

Mit einer Massenprügelei endete eine lange Partynacht gestern Morgen in der Peter-Bamm-Halle. Die Bilanz: acht Leichtverletzte, vier Strafanzeigen, Reizgas kam zum Einsatz. 24 Polizisten waren drei Stunden im Einsatz.

Die Vorabifete der Jüchener Gymnasiasten sollte Geld in die Stufen-Kasse für den Abiball 2012 spülen, stattdessen hagelte es in der Nacht zum Sonntag Beschwerden, Festnahmen und Anzeigen. Die traurige Bilanz einer langen Partynacht in der Peter-Bamm-Halle endete mit einem Großsatz der Polizei, acht Leichtverletzten, sechs Festnahmen und vier Strafanzeigen. Die 24 Polizeibeamten mussten zwei Diensthunde und Pfefferspray einsetzen, um die von ihnen zuvor ausgesprochenen Platzverweise durchzusetzen.

Anwohner hatten sich gegen 2 Uhr über Ruhestörungen rund um die Peter-Bamm-Halle beschwert. Weitere Anrufer berichteten wenig später von einer Schlägerei. Von rund 20 Personen war die Rede. Als die Polizei eintraf, registrierte sie vereinzelte Rangeleien. Als dann um 3 Uhr die Partynacht von DJ Achim beendet wurde und Besucher aus der Halle strömten, verschärfte sich die Situation. "Viele verhielten sich laut und äußerst aggressiv gegenüber den Ordnungskräften", sagt Kreispolizeisprecher Hans Willi Arnold.

Prügelei mit 50 Beteiligten

Augenzeugen sprechen von 50 Personen, die aufeinander einprügelten. Zwölf Streifenwagenbesatzungen waren mittlerweile vor Ort. Die Beamten griffen hart durch, sprachen Platzverweise aus, setzten zwei Diensthunde und Pfefferspray ein. Arnold: "Bei diesen Zwangsanwendungen erlitten zwei Personen leichte Bissverletzungen und sechs Augenreizungen." Sechs junge Männer — zwischen 19 und 22 Jahren — wurden festgenommen; einer musste die Nacht zur Ausnüchterung auf der Neusser Polizeiwache verbringen.

Nils F. (Name ist der Redaktion bekannt) versteht das harte Eingreifen der Polizei nicht: "Ich habe nichts von einer großen Schlägerei mitbekommen. Das ist absolut übertrieben." Der 19 Jahre alte Grevenbroicher war zum Tanzen nach Hochneukirch gekommen. Er wartete gegen 3 Uhr mit Bekannten vor der Halle. Sein Vorwurf: "Da wurde wahllos in die Menge gesprüht. Ich habe auch etwas abbekommen."

Bürgermeister Harald Zillikens kommentierte den Vorfall nicht. Er war im Anschluss an das Paul-Young-Konzert noch nach Hochneukirch gefahren, hatte mit Ordnungshütern und Veranstaltern gesprochen: "Die Stimmung war gut." Bereits im Vorfeld hatte die Gemeinde die Sicherheitsbestimmungen deutlich verstärkt und ein Glasverbot erlassen. Mit dem Veranstalter, Schülern des Gymnasiums, hatte Zillikens bereits Kontakt. Er will heute den Polizeibericht abwarten. Zur Klärung will er alle Beteiligten zeitnah an einen Tisch holen.

(RP)