1. NRW
  2. Städte
  3. Jüchen

Schloss Dyck in Jüchen soll mit Schilf geheizt werden

Klimaschutz in Jüchen : Schloss Dyck soll mit Schilf geheizt werden

Drei Millionen Euro Bundesmittel erhält die Stiftung Schloss Dyck aus einem Förderprogramm. Damit soll das klimaneutrale Schloss verwirklicht werden. Zudem sollen der Park und seine Bäume an den Klimawandel und an trockenere Sommer angepasst werden.

Drei Millionen Euro erhält die Stiftung Schloss Dyck aus dem Energie- und Klimafonds des Bundes für ein neues Projekt – die „Klimaneutrale Schloss- und Parkanlage – Schloss Dyck“. Die gute Nachricht von Millionen-Zuschüssen überbrachten gleich drei Bundestagsabgeordnete: Ansgar Heveling (CDU), Gülistan Yüksel (SPD) und Otto Fricke (FDP). Das Projekt in Jüchen wird im Rahmen des Förderprogramms „Modellprojekte zur Klimaanpassung und Modernisierung in urbanen Räumen“ unterstützt.

„Wir freuen uns über die Förderung enorm“, sagte am Donnerstag Jens Spanjer, Vorstand der Stiftung. „Als wir von dem Programm gehört haben, haben wir uns sofort hingesetzt und ein Konzept erstellt.“ Als nächstes müsse ein Förderantrag gestellt werden. Die Stiftung Dyck hatte, wie Spanjer berichtet, ihren Teilnahmeantrag über Ansgar Heveling beim Haushaltsausschuss des Bundes eingereicht. „Es freut mich sehr, dass Schloss Dyck für sein vielversprechendes Konzept Fördermittel in Millionenhöhe erhalten wird“, so der CDU-Politiker.

Auf zwei Säulen – Maßnahmen im Park und im Schloss – ruht das Konzept der Stiftung. Zum einen soll das Schloss bis zum Jahr 2025 klimaneutral werden. Keine leichte Aufgabe angesichts der historischen, denkmalgeschützten Anlage. „Wir prüfen, inwieweit wir an den Schlossgebäude weitere Wärmeschutzmaßnahmen vornehmen können, dafür werden wir Diskussionen mit dem Denkmalschutz führen“, blickt Jens Spanjer voraus. Die Pavillons am Eingang sollen mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet werden.

Ein Highlight dürfte die geplante Heizungsanlage fürs Schloss werden. „Bislang werden die Gebäude mit Erdgas geheizt. Künftig wollen wir eine regenerative Heizung auf Basis nachwachsender Rohstoffe schaffen“, kündigt Spanjer an. Das Material dafür sei vorhanden und wachse nebenan – auf dem Dycker Feld. „Auf rund elf Hektar Fläche wird Chinaschilf (Miscanthus) nicht nur als Raum prägende Parkpflanze, sondern auch als nachwachsender Rohstoff im biologischen Anbau erzeugt“, heißt es im Konzept.

Das Schilf soll künftig die hauptsächliche Energiequelle für die Schlossheizung sein. „Damit erhalten wir rund 70 Prozent des Heizmaterials, der Rest kommt aus Baumschnitt aus dem Park“, sagt Jens Spanjer. Gedacht ist an eine zentrale, gläserne Heizungsanlage auf dem Dycker Feld und an eine Fernwärmeleitung von dort aus.

Ein weiterer Baustein ist die Umstellung von Maschinen und Geräten, die künftig mit Elektromotor angetrieben werden sollen.

Das zweite Kernelement im Konzept ist die Anpassung des Schlossparks an den Klimawandel. „Unser Park ist stark vom Klimawandel betroffen. Wegen der vergangenen trockenen Jahre weist der Altbaumbestand erhebliche Schäden auf, mittlerweile zeigen aber auch jüngere Bäume Schäden. Wir müssen etwas tun.“

Dafür wurde ein Ideen- und Maßnahmenkatalog entwickelt. Dazu gehören beispielsweise Baumpflege und Nachpflanzungen. „Hierbei stellt sich die Frage, ob man resistentere Arten anpflanzen soll.“ Buche, Ahorn und Rosskastanie seien in Deutschland auf dem Rückzug. Dem heutigen trockeneren Wetter besser angepasst seien beispielsweise die ungarische Eiche oder die amerikanische Buche.

Der Park ist mehr als eine Grünanlage, er ist auch ein Geschichtszeugnis. Die ältesten Bäume sind laut Spanjer 250 bis 300 Jahre alt.

Ebenfalls geplant sind Bodenverbesserungen, „um die Vitalität der Bäume zu stärken“, sowie ein Bewässerungssystem mit Regnern und Leitungen im Boden. „Wir haben zum Teil bereits eine Lösung mit oberirdisch liegenden Schläuchen geschaffen.“ Das künftige System sei nicht nur leistungsfähiger, sondern sei auch optisch besser, sagt Stiftungsvorstand Jens Spanjer.