Schloss Dyck in Jüchen rüstet sich für den Klimawandel

Schloss Dyck : Schlosspark rüstet sich für den Klimawandel

Der historische Park von Schloss Dyck ist eine Besucherattraktion. Doch die Trockenheit der letzten Jahre macht den alten Bäumen zu schaffen. Die Stiftung Schloss Dyck lässt aufforsten und legt außerdem neue Parkbereiche an.

Ein Gigant überragt alles Umliegende: Der Tulpenbaum im Englischen Landschaftsgarten des Schlossparkes Dyck ist über 40 Meter hoch und hat eine Stammdicke von etwa 1,50 Meter. Mit seinen fast 200 Jahren gehört er zu den ältesten Bäumen des Geländes. Doch selbst für diesen gestandenen Riesen stellen die zuletzt trockenen und niederschlagsarmen Sommer eine Gefahr dar. Die Stiftung Schloss Dyck entwickelt ein Konzept zur Nachhaltigkeit, um die alten Bäume und das Parkbild für die Zukunft zu erhalten.

„Die Schäden durch zwei Jahre Trockenheit sind größer als die Sturmschäden der letzten 15 Jahre“, berichtet Jens Spanjer, Vorstand der Stiftung Schloss Dyck. Der Sommer 2018 zählte zu den heißesten Sommern seit Messbeginn – hohe Temperaturen, viele Sonnenstunden und wenig Niederschlag. Der diesjährige Sommer stand dem nur knapp nach. Die Folge: Der Grundwasserspiegel wird abgesenkt, sodass es sogar tiefwurzelnden Bäumen an notwendiger Wasser- und Nährstoffversorgung fehlt. Das Immunsystem der Bäume leidet, sie werden anfällig für Krankheiten und Schädlingsbefall.

Wenn ein Baum gefällt werden muss, wird direkt ein neuer gepflanzt. Foto: Carsten Pfarr

Rund 25 Bäume seien in den vergangenen Monaten gefällt worden, da sie nicht mehr verkehrssicher waren, informiert der Stiftungsvorstand. „Wir versuchen allerdings immer mehr Bäume zu pflanzen als abgängig sind“, ergänzt er. So wurden im Gegenzug 50 neue Bäume eingesetzt – oftmals direkt neben den gefällten Bäumen, um das Parkbild zu wahren. Damit es gar nicht erst zum Baumsterben kommt, wirkt die Stiftung dem präventiv entgegen. „Wir müssen die Standortbedingungen der Bäume verbessern“, erklärt Spanjer. Altes Laub, zum Beispiel, bleibt jetzt liegen, um die Verdunstung aus dem Boden zu mindern. Zudem werden Kompost oder Symbiosepartner für die Bäume (etwa Mykorrhizapilze) in den Boden eingebracht. Ferner werden aktuell die Wasserleitungen ausgebaut, damit künftig vom Schloss entfernt liegende Pflanzen einfach bewässert werden können.

Der histroische Park wird auf Basis alter Unterlagen gestaltet. Dass Gartenarchitekten Thomas Blaikie im 19 Jahrhundert viele exotische Baum- und Pflanzenarten aus ganz Europa nach Dyck brachte, sei ein Vorteil, erklärt Spanjer. So diene der Park als Anschauungsobjekt dafür, welche Bäume wie auf das sich dramatisch verändernde Wetter reagieren. Beim Nachpflanzen werden diese Beobachtungen zu Grunde gelegt und erneut auf Nachhaltigkeit geachtet. Sogenannte „Klimabäume“, wie zum Beispiel die Zerreiche, finden immer öfter Einzug in den Park. Sie vertragen die klimabedingten Wetterveränderungen von Hitze und Trockenheit, sind bruchfest bei Stürmen und zudem schädlingsresistent. Gleichzeitig passen sie in das Gesamtbild des Parks.

Im Schlosspark wird ein Küchengarten angelegt. Die Fläche um das Gewächshaus soll noch in diesem Herbst neu bepflanzt werden. Foto: Carsten Pfarr

Neben den vielen Herausforderungen zur Nachhaltigkeit, baut die Stiftung Parkanlagen aus. Vor zwei Jahren wurde im westlichen Parkbereich ein Abschnitt neu angelegt. Dabei wurden die Reste einer historischen Terrasse gefunden, die restauriert und in den Park eingepflegt wurde. Im vergangen Jahr wurde der Asia-Schaugarten eröffnet. „Wr wollen den Besuchern jedes Jahr etwas neues bieten“, berichtet Spanjer. Aktuell wird ein Küchengarten angelegt. Er gehört historisch gesehen zum Schlosspark und soll künftig Lebensmittel abwerfen, die in der eigenen Gastronomie angeboten werden.

Berthold Holzhöfer ist zuständig für den Park und dessen Pflanzen. Foto: Carsten Pfarr

Abseits der aktuellen Probleme zeigt sich der Vorstand zufrieden: Die Besucherzahlen steigen, ebenso die Spendenbereitschaft – die 50 neu gepflanzten Bäume wurden alle von Besuchern gestiftet. Und auch das gesamte Parkbild sei, durch die gute Arbeit von Parkleiter Berthold Holzhöfer, in allen vier Jahreszeiten sehr attraktiv, lobt Spanjer.

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