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Jüchen: Schloss Dyck erhält eine Erlaubnis für Nutria-Jagd

Jüchen : Schloss Dyck erhält eine Erlaubnis für Nutria-Jagd

Die rattenähnlichen Nager verursachen Schäden im Park. Eine Millionen-Investition ist im Kampf gegen Algen in Gewässern nötig.

"Nutrias sind zur Plage in der Parkanlage geworden", erklärt Berthold Holzhöfer (48), Parkleiter in Dyck. Vertreter der Nagetierart hätten sich auf Schloss Dyck eingeschlichen. "Wir hatten zwei, drei Jahre Ruhe. Jetzt haben sich die Bestände so stark vermehrt, dass wir eine Jagderlaubnis eingeholt haben", erläutert Holzhöfer. So soll die Zahl der Tiere reduziert werden. Denn dem Parkleiter zufolge sorgen die Nutrias auch für Probleme im Park, etwa indem sie Böschungen aufgraben. Jedem Verdacht einer Rattenplage widerspricht der Parkleiter vehement: "Wir arbeiten regelmäßig mit einem Schädlingsbekämpfer zusammen."

Eine mögliche Rattenplage fürchtete auch der Neusser Paul J.J. Welfens, der einen Rundgang auf Schloss Dyck als "schockierend" beschreibt. Er warnt vor einem Rattenbefall: "In der Anlage Schloss Dyck gehen viele Eltern mit ihren Kindern spazieren und von daher ist der Rattenbefall eine ernste Plage, die man längst hätte angehen müssen."

Dass Nutrias und Ratten häufiger verwechselt werden, weiß auch Dr. Michael Dörr vom Kreisgesundheitsamt. Allerdings seien die Biberratten, die häufig an Ufern und bei stehenden Gewässer anzutreffen seien, deutlich größer. "Eigentlich sind es scheue Tiere, sie wahren Abstand zum Menschen", so der Mediziner. Infekt-Übertragungen seien möglich bei Kontakten zu einem verendeten Tier. Dann könnten unangenehme Hautpilze auftreten. Wer sich im Wasser aufhalte, in dem auch Nutrias schwimmen, könne sich auch mit Krankheitserregern aus dem Urin der Tiere infizieren: "Dies ist allerdings eher unwahrscheinlich", so Dörr.

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Schlossbesucher Paul J.J.Welfens zeigt sich auch besorgt über den Fischbestand und über den Zustand der Gewässer: Er beklagt den "elenden Zustand der Wasseranlagen". Diese habe sich über die Jahre - unter den Augen der Schloss-Dyck-Stiftung - negativ verändert: Statt wie früher klarem Wasser und tausenden Karpfen gebe es nun "völlig von Unterwasserpflanzen durchsetztes Dunkelwasser ohne erkennbare Fischbewegung."

Die Gewässer auf Dyck würden regelmäßig kontrolliert, unterstreicht der Parkleiter"Die Wasserqualität ist sehr gut", sagt Holzhöfer. Allerdings gibt es ein Problem mit Algenbefall. Deshalb muss die Stiftung voraussichtlich "einige Millionen Euro" investieren, um die Gewässer dauerhaft vom Bewuchs zu befreien. "Schon seit dem Jahr 2006 haben wir Probleme mit Algen, die immer wieder auftreten", berichtet der 48-Jährige. Eine Erklärung dafür hätten Fachleute bisher nicht finden können. Jetzt ist geplant, die Wassergräben zu säubern und auszuschachten.

Die Sorge um die Fischpopulation kann Parkleiter Berthold Holzhöfer entkräften: "Wir setzen regelmäßig Karpfen und Hechte aus." Allerdings mache es der starke Algenbewuchs oft unmöglich, die Fische zu erkennen. Wenn Fische in den Dycker Gewässern sterben, dann etwa an Altersschwäche: "Neulich haben wir einen toten Karpfen gefunden, dessen Alter auf rund 70 Jahre geschätzt wurde."

(NGZ)