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Schloss Dyck bei Jüchen: Der Schlossherbst ignorierte den Regen.

Schloss Dyck bei Jüchen : Der Schlossherbst ignoriert den Regen

Am Wochenende hing am Kassenhäuschen von Schloss Dyck dieses Schild: „Ausverkauft!“ Maximal 4000 Besucher pro Tag dürfen zum Schlossherbst. Rund 130 Aussteller erkannten ihre Stammkunden auch mit Maske.

Der Schlossherbst ist die erste Großveranstaltung auf Schloss Dyck in diesem Jahr. Pro Tag sind maximal 4000 Besucher erlaubt. Es gibt eine Einbahnstraßenregelung, die 125 Buden und Pavillons sind weit verstreut im Park aufgestellt worden. Stallhof, Orangerie und Wirtschaftshof blieben frei. Anja Spanjer von der Stiftung Schloss Dyck zeigte sich gestern zufrieden: „Am Samstag und Sonntag waren wir jeweils ausverkauft, am Freitag hatten wir 2.800 Besucher. Am kommenden Wochenende geht der Schlossherbst in die zweite Runde.

Kein Schlossfrühling, keine Gartenlust, keine Classic Days, kein Lichtfestival – aber der Schlossherbst ist zum Glück nicht ausgefallen. Die Besucher waren erleichtert, nahmen Einschränkungen wie die Einbahnstraßenregelung oder den Eintrag in die Besucherliste hin ohne zu murren. Anja Spanjer weiß, dass sich rund fünf Prozent der Besucher mit der Reservierung über das Internet schwer getan haben.

Viele der rund 130 Aussteller kannten ihre Stammkunden trotz der Schutzmaske auf Anhieb wieder. Auch wenn die Wegeführung vorgeschrieben war, obwohl man bei einem  Regenschauer nicht in eines der Gebäude ausweichen konnte: Der Wesenskern des Schlossherbstes blieb zum Glück unangetastet: Das Warenangebot war durchweg geschmackvoll und zum Teil auch ausgefallen. Durch die geänderte Wegeführung kam mitunter der Eindruck auf, einen Waldspaziergang zu machen. Aber nach spätestens 150 Metern lauerte wieder eine Verführung.

Schlossherbst unter Corona-Bedingungen: Mit Handdesinfektion und auf vorgeschriebenen Wegen. Foto: Georg Salzburg (salz)

Zum ersten Mal mit dabei: Martin Siegler mit seiner El Sol Relax-Liege mit 30 Jahren Garantie, eine opulente, anatomisch geformte Gartenliege für 3.900 Euro. „Sieht total super aus“, schwärmten Besucher. „Sie können sich gerne hinlegen, wenn Sie wollen“, lockte Siegler. Ein kleiner Luxus, den sich so mancher Besucher gönnte: Martin Holte aus Ratingen hatte 40 Sorten Honig im Angebot. Gestern war er zufrieden: „Meine Erwartungen wurden übertroffen.“ Der Garrugue-Honig stammt von der Strauchvegetation unweit der französischen und spanischen Atlantikküste. „Der Yucatan-Honig ist ein Vielblütenhonig aus Mexiko, sehr gut geht auch der seltene, würzige Weißtannenhonig“, verriet Holte. Dass das Glas 15 Euro kostet, konnte viele Genießer nicht abschrecken – man gönnt sich ja sonst nichts.

An der Rollenden Waldschule musste niemand die Geldbörse zücken – Willi Boost aus Waldniel mahnte zur Vorsicht, wenn Kinder den präparierten Igel allzu forsch streicheln wollten: Die Stacheln konnten ganz schon pieksen. Dafür fühlte sich das Fell des Maulwurfs umso samtiger an. Die beiden Alpakas schauten die Besucher treuherzig an. Die konnten sich warme Socken kaufen, die als „superweich“ beworben wurden. Wie farbenfroh der Herbst sein kann, machte wieder Brigitte Kebrich aus Jülich deutlich: Sie hatte ein riesiges Blumenbeet aufgebaut – einer von vielen wunderschönen Anblicken auf dem Schlossgelände.

Der Grevenbroicher Künstler Jörg Schröder hatte kleine Stahlskulpturen mitgebracht: „Ich bin zufrieden, habe selbst dann gut verkauft, als es regnete.“