Jüchen: Ruhe finden im Nikolauskloster

Jüchen : Ruhe finden im Nikolauskloster

Wer Ruhe benötigt, ist ein willkommener Gast im Jüchener Ordenshaus. Dieses kümmert sich vor allem um Jugendliche und Familien. Gerade Schulklassen sind oft zu Besuch. Zudem kehren Radfahrer regelmäßig ein.

Der Heilige Nikolaus ist weniger derjenige, der den Kindern am 6. Dezember die Stiefel mit Obst, Nüssen und Schokolade befüllt. "Er ist vor allem der Patron der Reisenden und der Kinder", erläutert Pater Felix Rehbein. Und genau dieser Schutzpatron passt hervorragend als Namensträger des Jüchener Klosters.

An Familientagen steht vor allem das Miteinander etwa im Klostergarten im Vordergrund. Die große Parkanlage bietet genügend Platz für die zahlreichen Gäste. Foto: Lothar Berns

Denn das aus dem Jahr 1722 stammende Nikolauskloster in Damm ist nicht nur die Heimat von zurzeit fünf Oblatenmissionaren, wie sich die Klosterbrüder selbst nennen. Es bietet auch bis zu 60 Gästen ein Dach über dem Kopf. Zudem ist das Ordenshaus für seinen täglich selbst gebackenen Kuchen bekannt. Radfahrer und Spaziergänger kehren regelmäßig in das Kloster ein.

Vom Park aus hat man einen wunderschönen Blick auf das aus dem 18. Jahrhundert stammende Nikolauskloster mit großer Terrasse. Foto: Lothar Berns

Ein Kloster wie eine Oase

"Unsere Tür steht immer offen, allerdings sind wir weder ein Hotel noch ein Biergarten", betont Rehbein. Denn Ruhe und innere Einkehr stehen hier an erster Stelle. Wenn jedoch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft um den Einzug ins Viertelfinale kämpft, kann es auch lauter zugehen. Wie etwa am Sonntagabend. "Wir haben das Spiel zusammen mit einer dänischen Familie gesehen, die bei uns zu Gast war", sagt der Pater.

Ansonsten nächtigen im Nikolauskloster oft Schulklassen, die auf Besinnungsfahrt sind. Denn das Ordenshaus legt seinen Schwerpunkt auf die Kinder- und Jugendarbeit sowie auf Familien. "Wir wollen junge Menschen begleiten, ihnen eine Orientierung im Bereich des Glaubens geben", sagt Rehbein. "Es ist wichtig, der Jugend einen Halt in der Gesellschaft zu geben." Für Familien bietet das Kloster Gottesdienste an, die keine Messen sind, sondern kindgerecht aufgearbeitet wurden. "Dadurch versuchen wir Leute, die nichts mehr mit der Kirche zu tun haben, einen Weg zurück zu zeigen", sagt der Pater.

Das Kloster sei dabei wie eine Oase. Sobald man durch das schmiedeeiserne Tor träte, sei man in einer anderen Welt. Und genau diese Ruhe und Idylle zieht die vielen Radfahrer und Spaziergänger an. In den Parkanlagen rund um das Ordenshaus stehen Bänke, auf den Wiesen kann gepicknickt werden und es gibt eine Terrasse mit Tischen, an denen Einkehrer Kaffee und Kuchen genießen. Außerdem kann gegrillt werden. Wer die Ruhe sucht, kann sich an die kleine versteckte Grotte zurückziehen und zur Mutter Gottes beten oder im Kloster-Innenhof in sich kehren.

"Das Nikolauskloster war schon immer ein einladendes Kloster", sagt Pater Felix, der seit vergangenem Monat das Haus leitet. Dies liege auch an der Atmosphäre, die es ausstrahlt. "Gerade in der heutigen hektischen Welt haben Kloster eine besondere Anziehungskraft", sagt er. "Wer zur Ruhe kommen will, klopft einfach an unsere Tür."

(RP/rl)