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Jüchen: Prächtigste Uniformen in allen Farben

Jüchen : Prächtigste Uniformen in allen Farben

Als buntes Spektakel präsentierte sich das Regiment mit etwa 450 aktiven Schützen bei seinem Fest. Wie gut die Nachwuchsarbeit funktioniert, zeigen die "Königsjäger": Der neue Zug war jetzt zum ersten Mal mit dabei.

König Frank Günther (49) von den "Kaiserschützen" und seine Königin Kirsten (48) regierten Jüchen als strahlendes Schützenkönigspaar - und erfüllten sich damit einen Traum. Deshalb sind sie beim Gedanken daran, morgen die Insignien der Macht abzugeben, ein wenig traurig.

Rückblick aufs glückliche Wochenende: Punkt 14 Uhr ertönten die Böllerschüsse der Artillerie aus historischem Geschütz und markierte unüberhörbar den Beginn des Festes. Traditionen spielen bei den Jüchener Schützen eine wichtige Rolle, dazu gehört das Konzert am Seniorenzentrum vom Instrumentalverein Hilfarth. Gückliche Gesichter erstrahlten ebenso im Festzelt, trotz der Hitze, kombiniert mit dem Lieblingssatz "Schön, dich mal wieder zu sehen!" Schützenpräsident Thomas Lindgens ging in seiner Rede genau darauf ein, erklärte, dass es heute längst keine Selbstverständlichkeit sei, sich Auge in Auge zu begegnen.

Ein wichtiger und festlicher Programmpunkt am Samstag war der ökumenische Gottesdienst mit Totenehrung und dem Zapfenstreich auf dem Friedhof. Dass der evangelische Pfarrer Horst Porkolab den Gottesdienst gemeinsam mit Diakon Wilfried Elzhoff feierte, und nicht mit Pfarrer Ulrich Clancett, hatte seinen guten Grund: Clancett war eben mal nach Österreich gefahren, um dort an einer Hochzeitsfeier teilzunehmen von Menschen, die ansonsten gerne in Jüchen Schützenfest feiern. Noch in der Nacht auf Sonntag ging es zurück und pünktlich zum katholischen Gottesdienst war er dann wieder da.

Was immer wieder bei den Paraden und den Sternzügen auffällt: Das Jüchener Regiment mit gut 450 aktiven Schützen kann sich wahrlich sehen lassen. Was nicht nur den Vizepräsidenten Rolf Langhard, sondern auch die Besucher an den historischen Festzüge in Jüchen immer wieder imponiert, ist die Farbenvielfalt der Uniformen: Allein die Husaren präsentieren sich in verschiedenen Farben. Türkisfarben war allerdings keine Uniform, sondern das prachtvolle, mit Spitze veredelte Kleid, das die Königin am Samstagabend trug. Kirsten Günther, geborene Horvath, musste an das Jahr 2000 zurückdenken, als ihre Eltern das Schützenkönigspaar in Hochneukirch waren. Gestern tanzte das Königspaar, König Frank wird in seinem Zug übrigens "Frunk" genannt, ausgelassen zu "Unser Tag" von Helene Fischer.

Zum ersten Mal mit dabei: Der neue Zug "Königsjäger", bestehend aus jungen Männern, ein Stück Zukunft für den Bürgerschützen- und Heimatverein. Die Jungs wurden mit Uniformen ausgestattet, die ein anderer Zug einstmals trug und die mit Hilfe einer Änderungsschneiderin passend gemacht wurden.

"Wir haben eine gut funktionierende Jugendarbeit", erklärte Präsident Lindgens. Was er sich er sich darüber hinaus wünscht: "Dass sich noch mehr Männer aus den Neubaugebieten unserem Verein anschließen würden." Heute wird es auf der Bühne eine Innovation geben: Neben Sitzplätzen werden auch Stehtische zur Verfügung stehen: "Das passt zu dem aktuellen Königszug, die Jungs können gut feiern", sagt Lindgens.

(NGZ)