1. NRW
  2. Städte
  3. Jüchen

Pläne für Jüchen im Strukturwandel

Strukturwandel in Jüchen : Pläne für Jüchen von morgen

Laut dem Zweckverband Landfolge Garzweiler soll eines der Zukunftsprojekt für nachhaltiges Bauen auch in Jüchen entstehen – bevorzugt im Bahnhofsbereich. Nach der Planungswerkstatt im vergangenen Jahr in Erkelenz wird nun weiter geplant.

Im Jüchener Stadtgebiet  soll eines von vier Projekten entstehen, die der Zweckverband Landfolge Garzweiler im Rahmen der Exzellenzregion „Nachhaltiges Bauen“ realisieren möchte. In allen vier Kommunen Erkelenz, Mönchengladbach, Jüchen und Titz, die den Zweckverband bilden, will dieser nachhaltige und klimaneutrale Gebäude gestalten, die beispielhaft sein sollen für künftige Bauformen.

In Jüchen wäre dem Zweckverband ein Gebäude im Planungsumfeld des Bahnhofs in Jüchen am liebsten. Ein konkretes Objekt hat der Verband für Jüchen aber noch nicht im Blick. „Mehrere Dinge“ seien in der Überlegung, sagte Volker Mielchen, Geschäftsführer des Zweckverbands, bei einem Pressegespräch.

Neben Mielchen stellte auch der Verbandsvorsitzende Gregor Bonin Visionen vor, die der Zweckverband hat, nachdem im Rahmen einer „städtebaulichen Entwurfswerkstatt“ im August 2020 drei internationale Expertenteams aus Schweden, den Niederlanden und Deutschland unter Einbeziehung von Bürgern Zukunftsperspektiven für den Planungsraum „Innovation Valley Garzweiler“ entwickelt hatten.

Neben der Topografie der Landschaft beschäftigten sich die Planer mit intelligenten Mobilitätskonzepten, den Verbindungen zum Kraftwerk Frimmersdorf, mit den Themen innovativen Landwirtschaft und regenerative Energieproduktion sowie mit der Seeplanung und der Entwicklung neuer Siedlungsräume. Die neue Landschaft könne zu einem großflächigen Demonstrationsraum für Innovationen werden, heißt es beim Zweckverband.

„Mit den Ergebnissen aus der Werkstattwoche liegt eine wichtige konzeptionelle Weiterentwicklung des Drehbuchs zur Tagebaufolge(n)landschaft von 2016 vor. Hieraus lassen sich eine Vielzahl guter Ansätze für die weitere Entwicklung unseres Verbandsgebietes und für die Arbeit an einem Raumbild des zukünftigen Rheinischen Reviers ableiten“, freut sich Bonin. „Wir müssen mehr aus der Landschaft machen als nur eine Rekultivierung der Flächen.“

Beim Planungsprozess stellt sich auch die Frage, ob der Bau der A 61n überhaupt sinnvoll sei oder ob eine derartige Schnellstraße nur zu einer Unterbrechung zwischen der Siedlungsstruktur, der landwirtschaftlichen Nutzung und einem Restsee führe. Inhalte und Schwerpunkte würden sich im Zuge des Prozesses entwickeln, meinte er, „das lässt mich wohlgemut in die Zukunft blicken“, erklärte Bonin.

„In der Werkstatt hat sich bestätigt, dass eine Siedlungsentwicklung in der rekultivierten Landschaft südlich von Jüchen Sinn macht“, erklärte Bürgermeister Harald Zillikens. Diese mit einem kleinen See zu kombinieren, „würde eine zusätzliche Qualität für die Menschen hier vor Ort bringen“. Dieser See soll zusätzlich zum geplanten großen Restsee entstehen.