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Öffentlicher Personennahverkehr in Jüchen

ÖPNV in Jüchen : Zwölf Haltestellen sind jetzt barrierefrei

Ein Dutzend Bushaltestellen hat die Stadt in diesem Jahr für rund 300.000 Euro komplett neu gestaltet. Das Umbauprogramm läuft weiter: Ende 2022 soll an mehr als der Hälfte der Busstopps stufenloser Einstieg möglich sein.

Die neuen Wartehallen mit blauen Dächern an den Bushaltestellen Hochstraße in Hochneukirch stehen schon – im Herbstregen brauchen Busfahrgäste dort nicht auszuharren. Doch noch zieht es in den Häuschen: Die Scheiben fehlen, das gilt auch an den übrigen Bushaltestellen, die die Stadt in diesem Jahr barrierefrei umgestaltet hat. „Die beauftragte Firma hat mitgeteilt, dass es Lieferengpässe gibt“, erklärt Dezernent Oswald Duda. Bis Ende November sollen die Wartehallen aber komplett sein.

Ansonsten ist der Umbau von zwölf Haltestellen im Stadtgebiet abgeschlossen. Laut dem Personenbeförderungsgesetz soll bei der Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs eine „vollständige Barrierefreiheit“ erreicht werden. Viele Haltestellen erfüllen diesen Anspruch noch nicht, Fahrgäste müssen trotz Niederflurbussen beim Einstieg eine Stufe überwinden.

An den nun umgerüsteten Bus-Stopps wurde der Wartebereich so angehoben, dass ein niveaugleicher Einstieg möglich ist. „Das hilft nicht nur Rollstuhlfahrern, sondern auch Menschen mit Kinderwagen oder Rollator“, sagt Duda.

Barrieren wurden aber auch für Sehbehinderte abgebaut. Taktile  Elemente auf dem Boden leiten sie zu einem Feld, an dem der Bus genau halten soll. „Wir haben die Gestaltung mit dem Blindenverband abgestimmt“, erklärt Dezernent Duda.

Eine weitere Verbesserung: Die neuen Wartehallen erhalten eine Beleuchtung, die noch montiert wird. Und die noch einzusetzenden Scheiben sind mit Streifen versehen, damit sie von Vögeln im Flug erkannt werden. Kollisionen sollen so vermieden werden. Ärgerlich ist, dass einer der an der Hochstraße neu montierten Abfallbehälter bereits mit Graffiti verunziert worden ist, bevor die Haltestelle komplett fertig ist.

Barrierefrei umgestaltet wurden in diesem Jahr neben den Haltestellen Hochstraße in Hochneukirch mehrere in Gierath entlang der Jüchener Straße (Haltestellen Ackergrund, Burgstraße und Neuenhovener Straße in beiden Fahrtrichtungen) sowie zwei an der Neuenhovener Straße. In Otzenrath wurden die Haltestellen an der Markt- und Nordstraße umgebaut.

Bei einem Bus-Stopp an der Marktstraße sorgten die Pläne bei Anwohnern und des Eigentümers eines Mehrfamilienhauses für Ärger. Die Wartehalle werde direkt vor ein Schlafzimmerfenster platziert, wurde kritisiert. Hausbewohner befürchteten Lärm und Abgase. „Der Standort wurde gewählt, weil dort ein 18 Meter langer Straßenbereich ohne Zufahrten vorhanden ist, diese Länge benötigen wir für den Bau“, erläutert Duda. Wegen der engen Situation im Haltestellenbereich dort „haben wir die kleinstmögliche Wartehalle gewählt“.

Rund 25.000 Euro kostet die Umrüstung je Haltestelle. Insgesamt wurde in diesem Jahr also ein rund 300.000 Euro teures Programm abgearbeitet. 90 Prozent des Geldes erhält die Stadt vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Einige Haltestellen wurden bereits in früheren Jahren barrierefrei hergerichtet, in den nächsten Jahren soll das Umbauprogramm weiterlaufen.

Ende 2022 „wird mehr als die Hälfte unserer 90 Haltestellen barrierefrei sein“, sagt Duda. Für 2021 plant die Stadt die Neugestaltung von zehn Haltestellen in Hochneukirch, Otzenrath, Schaan, Kelzenberg und Garzweiler, 2022 von sieben in Damm, Kelzenberg, Schlich und Waat. Laut Duda könnte diese Liste noch etwas länger werden.

Aber nicht bei allen Haltestellen sei der Umbau möglich – etwa wenn der Bürgersteig zu schmal ist.