1. NRW
  2. Städte
  3. Jüchen

Jüchen: NRW-Energiesparerpreis für Jüchen

Jüchen : NRW-Energiesparerpreis für Jüchen

Für den Klimaschutz leistet Jüchen eine Menge: Das honorierte gestern das NRW-Wirtschaftsministerium mit einem Preis. Energetische Sanierungen, LED-Leuchten und E-Autos gehören zum Klimaschutzkonzept der Gemeinde.

Relativ kleine Plaketten mit der Aufschrift "Energiesparer NRW", die aber von großen und teilweise auch kostspieligen Aktivitäten künden, "schmücken" jetzt die Eingänge des Rathauses, der Gesamtschule und des Gymnasiums. Gestern nahm Bürgermeister Harald Zillikens den "Energiesparer NRW"-Preis in Form von Urkunden und Plaketten von Matthias Nerger aus dem NRW-Ministerium für Wirtschaft, Innovation und Digitalisierung entgegen.

Mit dabei waren Abordnungen aus dem Gymnasium und der Gesamtschule, denn die Schüler sollten nach der Preisverleihung diskutieren mit den Vertretern des Ministeriums und der Gemeindeverwaltung. Zunächst verdeutlichte Zillikens aber, mit welch großem finanziellen Aufwand die Gemeinde Jüchen den Klimaschutz fördert. Nach dem Motto "zuerst investieren, um dann Energie zu sparen" gebe Jüchen fünf Millionen Euro für LED-Straßenbeleuchtungen und energieeffiziente Gebäudetechnik aus.

Mit dem E-Auto kamen Gemeindevertreter zur Preisverleihung. Foto: gt

Nicht zuletzt gehören zu dem "Gesamtpaket" der Gemeinde, die CO2-Belastung zu reduzieren, auch die Umrüstung des Rathauses mit einer gasbetriebenen Luftwärmepumpe, die jetzt im Gegensatz zu der vorherigen Ölfeuerungsanlage jährlich 21 Tonnen Kohlendioxid einsparen soll. Und das Schulzentrum erhielt mit Gymnasium, Gesamtschule, Dreifachsporthalle, Hallenbad und Mensa ein Blockheizkraftwerk, das jährlich 50.000 Euro an Energiekosten und 58 Tonnen CO2 einsparen soll.

Neben der technischen Seite des Umweltschutzes sei aber vor allem auch eine Verhaltensänderung wichtig, betonte der Bürgermeister und verwies auf den Vorbildcharakter der Gemeinde. Dabei appellierte Zillikens allerdings auch an die anwesenden Schüler, sich nicht mit dem Auto zum Unterricht bringen zu lassen, sondern Busse oder das Fahrrad zu nutzen. Und der Vertreter des Ministeriums hielt insbesondere den Jugendlichen den Spiegel vor: "Auch die smarte Welt ist nicht CO2-neutral." Auch jedes Versenden einer E-Mail belaste die Umwelt, wie der Gebrauch der elektronischen Medien generell.

Erschreckend sei aber vor allem auch die Lebensmittelverschwendung in unsere Breiten, antwortete Nerger auf die Frage einer Schülerin, was man persönlich für den Umwelt- und Klimaschutz tun könne? Die Hälfte aller Lebensmittel würden vernichtet, indem Teile bereits auf den Feldern und Äcker blieben, in der Produktion und im Handel und schließlich auch in den Haushalten vernichtet und weggeworfen würden, beklagte er.

Ein schultypisches Thema wurde auch mit der Verwendung von mehr Recyclingpapier für die Fotokopierer angesprochen. Und Schüler fragten nach zusätzlich geplanten Klimaschutzaktivitäten der Gemeinde: Dazu kündigte der Bürgermeister weitere Ladestationen für Elektrofahrzeuge an, die am Haus Katz und im Zuge der Neugestaltung des Adenauerplatzes in Hochneukirch aufgestellt werden sollen. Und, wie es sich gehört, waren die Vertreter der Gemeinde zur Preisverleihung auch mit dem Elektro-Auto zur Gesamtschule gekommen.

(NGZ)