Jüchen: Noch keine Lösung für den Bürgertreff

Jüchen: Noch keine Lösung für den Bürgertreff

Kirche, Politik und Bürgermeister wollen Anfang des Jahres über die Zukunft des Jugendheims Gierath sprechen. Die Kirche muss es aufgeben.

Ohne das Jugendheim an der Schulstraße, das die katholische Kirche aber aufgeben will, hat der Ortsteil Gierath keinen Treffpunkt mehr für die Bürgerschaft: Das weiß auch Regionaldekan und Jakobuspfarrer Ulrich Clancett. Bereits im April 2016 hatte Clancett zwar gegenüber der NGZ die Gründe dargelegt, weshalb das Jugendheim im Rahmen des sogenannten Kirchlichen Immobilienmanagements (KIM) des Bistums aufgegeben werden muss: Das in die Jahre gekommene Pfarrjugendheim verursacht hohe Instandhaltungskosten und kann nicht optimal genutzt werden, weil es von der Pfarrkirche zu weit entfernt liegt. Außerdem gehört zum Jugendheim ein großes, bisher nicht genutztes Grundstück, das die Kirche vermarkten möchte.

Im Frühsommer 2017 wurde dann der Bürgerschützenverein (BSV) Gierath-Gubberath aktiv. BSV-Präsident Ralf Kriesemer bot sich als Sprecher der Bürgerschaft in Gierath an. Und der BSV sei auch nach wie vor bereit, die Trägerschaft für das Jugendheim zu übernehmen, wiederholte Kriesemer jetzt auf Nachfrage. Allerdings sei jetzt die Kirchengemeinde am Zuge, meinte er. "Wir sind jetzt soweit, dass wir uns mit den Fraktionsvorsitzenden und dem Bürgermeister an einen Tisch setzen können", kündigte Clancett an. Bislang gebe es aber nur Ideen: "Wir sind noch auf dem Stand eines Brainstormings", verdeutlichte er. Fakt sei, dass das Jugendheim Gierath für die Zwecke der Kirchengemeinde überdimensioniert sei. Deshalb wolle die Gemeinde im ehemaligen Pfarrhaus einen neuen Treffpunkt schaffen. Clancett sieht aber auch über den Tellerrand: "Es ist auch richtig, dass Gierath, wie viele andere Dörfer auch, immer mehr ausblutet, weil die Gaststätten schließen und die Bürger keine Treffpunkte mehr haben." Deshalb seien sich auch alle Beteiligten einige, dass es in Gierath einen, wie auch immer gearteten, Bürgertreff geben müsse, bekräftigt der Pfarrer.

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Der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Jüchen hatte jüngst den Beschluss gefasst, für das immerhin 5000 Quadratmeter große Grundstück des Jugendheims Gierath eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. 10.000 Euro sollen dafür in den Haushalt für 2018 aufgenommen werden. CDU-Fraktionsvorsitzender Norbert Esser hatte in der Sitzung die Prüfung vorgeschlagen, das Grundstück für sozialen Wohnungsbau vorzusehen. Dazu sagt aber Ulrich Clancett: "Alles ist noch offen", es gebe noch keine konkreten Pläne, aber: "Was wirklich dringend gebraucht wird, ist eine Tagespflege." An einer solchen ambulanten Hilfseinrichtung außerhalb von Seniorenpflegeheimen oder Betreutem Wohnen herrsche absoluter Mangel in Jüchen und in der Region, betont der Regionaldekan. Die Gespräche mit Politik und Verwaltung über die Zukunft des Jugendheims in Gierath sollen laut Clancett nun Anfang Januar stattfinden. Das Thema hat in Gierath bereits für erhebliche Unruhe bei den Bürgern und in den Vereinen gesorgt. Es wurden auch Unterschriftenaktionen gegen einen Abriss des Jugendheims gesammelt.

(NGZ)