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Nikolauskloster in Jüchen: Fahrzeuge und Fahrende gesegnet

Nikolauskloster in Jüchen : Fahrzeuge und Fahrende gesegnet

Nach einem Gottesdienst auf der Wiese des Nikolausklosters segnete Pater Andreas Petith zahlreiche Fahrzeuge in Damm. Auch Kreisdechant Msgr. Guido Assmann spendete an der Autobahnkapelle Nievenheim Segen.

   Es waren knapp 300 Besucher, die sich am Sonntag auf, hinter und neben der Klosterwiese  des Nikolausklosters versammelt  hatten und dem Gottesdienst lauschten. Wie in jedem Jahr gab es anschließend eine Fahrzeugsegnung, wobei Pater Andreas Petith den Begriff „Fahrzeug“ sehr weit auslegte. Exemplarisch standen am Rande der Klosterwiese zwei Autos, ein Fahrrad und ein Aufsitz-Rasenmäher.

Pater Petith machte in seiner Predigt deutlich, dass es darum gehe, die Nähe Gottes zu erspüren. Den Gläubigen gab er zu verstehen: „Wer sich als Christ bekennt, muss damit rechnen, dumm angeguckt zu werden.“ Sein Appell: „Fürchtet euch nicht, sondern habt Mut, wobei Zweifel am Glauben erlaubt sind.“ Niemand wurde gestern übrigens dumm angeguckt, als er sein Fahrzeug segnen ließ – man war schließlich unter Gleichgesinnten.

Nach dem Gottesdienst ging alles ziemlich schnell: Pater Andreas Petith und die Messdienerin Helen Kleber eilten schnellen Schrittes zum Parkplatz. Aufgrund der Vielzahl der Fahrzeuge gab es aber auch einige Spritzer für die Autos, die entlang der Landstraße abgestellt waren – insgesamt waren mehr Fahrzeuge als sonst zu segnen. Zu den ersten Fortbewegungsmitteln gehört das Laufrad eines kleinen Jungen, der mit seinen Eltern und seiner größeren Schwester gekommen war. Als sich die vielen Autos fast gleichzeitig in Bewegung setzten, konnten sich die kurz zuvor angerufenen Schutzheiligen zum ersten Mal beweisen.

Kreisdechant Monsignore Guido Assmann bei der Fahrzeugsegnung an der Raststätte Nievenheim-Ost am Tag der Autobahnkapellen. Foto: Stefan Büntig

Andreas Petith freute sich über die große Resonanz: „Schön, dass so viele gekommen sind.“ Bei schönstem Wetter und Vogelgezwitscher erklärte er: „Heute geht es nicht nur um die Fahrzeuge, sondern auch um die Menschen, die sich damit fortbewegen, egal, ob berufsbedingt, im Alltag oder um den Urlaubsort zu erreichen.“ Es hat auch mit der Reisezeit zu tun, dass die Segnungen immer kurz vor den Sommerferien erfolgen. Zwar sei an Gottes Segen alles gelegen, es gehe aber letztendlich um die Menschen, die die Fahrzeuge lenken. Der Segen sei also kein Freibrief zum rücksichtslosen Rasen.

Ingrid Merks aus Krefeld-Forstwald hatte ihren neuen Smart in der Garage gelassen. Sie freute sich über die Weihwasserspritzer, die ihre mitgebrachte Christopherus-Plakette abbekam – sozusagen stellvertretend für das Auto. „Wunderbar – vielen Dank“, sagten Fahrzeugbesitzer und freuten sich über die Segnung. Dass es zu Wasserflecken auf dem Lack kommen könnte, störte Niemanden. Franz-Josef Bienefeld und Heinz Spieß aus Jüchen sind begeisterte Kevelaer- und Trier-Pilger. Gestern waren sie mit ihren Wanderschuhen unterwegs. Pater Petith zögerte nicht und segnete das rustikale Schuhwerk – Blasen an den Füßen dürften erstmal kein Thema sein. Dafür sorgen die Schutzheiligen Maria, Raphael, Paulus, Jakobus und Christophorus.

Die Besitzer der Gefährte mussten nicht unbedingt bei der Segnung dabei sein, so der Tipp des Paters: „Sie können im Speisesaal Kuchen kaufen, und wenn Sie zurückkommen, ist Ihr Auto gesegnet.“

Auch in Dormagen-Nievenheim gab es gestern eine Fahrzeugsegnung: Kreisdechant Monsignore Guido Assmann segnete Autos, Räder und Menschen am Tag der Autobahnkapelle an St. Raphael auf der A57-Raststätte Nievenheim-Ost.