Jüchen: Neues Bündnis soll den Wohnungsbau fördern

Jüchen : Neues Bündnis soll den Wohnungsbau fördern

Bis 2030 fehlen in Jüchen 758 Wohneinheiten. Zur Debatte steht etwa eine Wohnungsbaugesellschaft, die Frage ist - zusammen mit wem?

Die Gemeinde Jüchen wächst: Experten rechnen bis zum Jahr 2030 mit einem Bevölkerungszuwachs von 4,1 Prozent. Doch es fehlt an Wohnraum: Das ist das Ergebnis einer Wohnraumbedarfsanalyse, die der Rhein-Kreis Neuss in Auftrag gegeben hat, bescheinigt der Gemeinde für die nächsten zwölf Jahre einen Bedarf an 758 zusätzlichen Wohneinheiten, darunter allein 245 öffentlich geförderten Wohnungen. Das stellt Verwaltung und Politik vor große Herausforderungen: Nach Experteneinschätzung kann der Bedarf nicht vom Markt alleine gedeckt werden.

Mit dem Thema Wohnungsbau beschäftigt sich am Montag der Hauptausschuss, in dem verschiedene Modelle zur Debatte stehen dürften. Im Fokus steht vor allem die Gründung oder die Beteiligung an einer Wohnungsbaugesellschaft. Die Verwaltung schlägt vor, Gespräche mit dem Rhein-Kreis Neuss, mit anderen Kommunen und sonstigen Marktbeteiligten wie Bauvereinen zu führen.

Welcher Weg aus Sicht der Verwaltung sinnvoll ist, wollte Bürgermeister Harald Zillikens dem Ausschuss nicht vorwegnehmen. Anders bei den Fraktionen: Holger Witting von der SPD erklärte bereits, dass für seine Fraktion das Thema "öffentlich geförderter Wohnungsbau" von großer Bedeutung sei. "Wir können uns sehr gut vorstellen, mit anderen Kommunen und auch mit dem Kreis zusammenzuarbeiten", sagt Witting und ergänzt, dass sich die SPD ein Bündnis mit Investoren, Mieterverbänden, Kommunen und dem Rhein-Kreis vorstellen könne. Doch in Bezug auf die Initiative von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke sagt er auch: "Von einer Wohnungsbaugesellschaft unter dem Dach des Kreises sind wir nicht überzeugt. Aus unserer Sicht sind die Kommunen im Rhein-Kreis dafür zu unterschiedlich. Außerdem haben Städte wie Neuss oder Grevenbroich bereits eigene Wohnungsbaugesellschaften."

In der Nachbarstadt Grevenbroich hatte sich die SPD-Faktion für eine interkommunale Wohnungsbaugesellschaft - etwa mit der Gemeinde Rommerskirchen und der Stadt Bedburg - stark gemacht. Die beiden Kommunen haben zusammen mit Kerpen eine Marktstudie auf den Weg gebracht. Wie der Rommerskirchener Bürgermeister Martin Mertens berichtete, könnten die drei bis Jahresende die Gesellschaft gründen. Aufmerksam verfolgt werden diese Bestrebungen offensichtlich aber nicht nur in Grevenbroich: Interesse habe er auch in Jüchen ausgemacht, hatte Martin Mertens auf Anfrage unserer Redaktion erklärt.

Streckt Jüchen die Fühler in Richtung Rommerskirchen und Bedburg aus? Dazu Holger Witting: "Jüchen, Rommerskirchen und Bedburg sind zumindest Kommunen, die sich gegenseitig auf Augenhöhe unterstützen könnten." Dennoch sollte der Rhein-Kreis Neuss bei einer etwaigen Kooperation laut Witting mit am Tisch sitzen.

Der Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss tagt am 19. Februar ab 18 Uhr im Ratssaal im Haus Katz.

(NGZ)