Neuer Vorstoß für den Bürgerbus in Jüchen

ÖPNV in Jüchen : Neuer Vorstoß für den Jüchener Bürgerbus

Im Frühjahr will der Bürgerbus-Verein ein überarbeitetes Konzept und eine Kostenrechnung für das neue Verkehrsmittel vorlegen, die bisherigen Unterlagen reichten Verwaltung und Politik nicht aus.

Ein von Ehrenamtlern gesteuerter Kleinbus, der auch die kleinen Dörfer anfährt und die übrigen Buslinien ergänzt – das ist die Idee des Bürgerbusses. In Korschenbroich ist er seit Jahren ein Erfolg, in Jüchen dagegen ist er bislang nicht ins Rollen gekommen. Doch der 2017 gegründete Bürgerbus-Verein will das Projekt weiter voran treiben. „Etwa im April oder Mai wollen wir ein überarbeitetes Konzept und eine Kostenrechnung vorlegen, „erläutert Franz-Josef Herten, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. „Ich sehe gute Chancen für den Bürgerbus. Wir hoffen, dass er im kommenden Jahr seinen Betrieb aufnehmen kann.“

Doch bis dahin ist noch viel zu klären. Die früher eingereichten Unterlagen des Vereins reichten Verwaltung und Kommunalpolitik nicht aus. Die Berechnungen der Aufwendungen und der zu erwartenden Erträge seien dem Konzept nicht zu entnehmen, hatte Bürgermeister Harald Zillikens im November erklärt, zudem erkenne er „Handlungsbedarf bei der Wirtschaftlichkeits-Berechnung“. Auch Politiker im Verkehrsausschuss forderten zusätzliche Angaben. Vereinsgeschäftsführer Gerhard Geisler wollte dagegen erst einen Beschluss der Kommune, dass der Bus gewünscht sei, damit sich der Verein nicht eventuell Arbeit umsonst mache. Nach der Debatte hatte Gerhard Geisler das Geschäftsführeramt aufgegeben – nicht nur aus gesundheitlichen Gründen. „Wir sind am gleichen Punkt wie schon vor Jahren“, sagt er. Zudem befürchtet er, dass eine Frist, bis zu der der Bürgerbus rollen muss, verstreicht.

Die Geschäftsführerposition ist zurzeit vakant, doch Vorsitzender Manfred Meißner und sein Team machen weiter, arbeiten an neuen Unterlagen. „Die Kostenrechnung wird mit professioneller Hilfe erstellt“, erklärt Vize-Vorsitzender Herten. Und: „Wir haben etwas mehr Zeit, als auch ich vermutet habe. Der Bürgerbus muss 18 Monate nach Beantragung von Zuschüssen in Betrieb gehen.“ Noch ist dieser Antrag nicht gestellt.

Die Finanzierung ist überhaupt eine der Kernfragen. Die Kosten für einen Bus mit acht Fahrgastplätzen und behindertengerechter Ausstattung betragen rund 95.000 Euro. „Wir rechnen mit einem Zuschuss vom Land in Höhe von 66.000 Euro“, sagt Herten. Für den Rest will der Verein Sponsoren gewinnen. Zudem gebe es eine Organisationspauschale von 6500 Euro im Jahr. Eine weitere Finanzfrage: „Die Stadt ist bereit, die erforderliche Bürgschaft in Höhe von 5000 Euro über zehn Jahre zu übernehmen unter der Voraussetzung, dass die Politik der Kostenrechnung zustimmt“, sagt Herten. Das Geld wurde auf SPD-Antrag im Etat mit Sperrvermerk eingeplant.

Die Finanzierung ist nicht die einzige Hürde: Der Verein hat noch kein Verkehrsunternehmen gefunden, das die Konzession für die Bürgerbuslinie übernimmt. Grund ist laut Herten die derzeitige Ausschreibung für Buslinien, die Betriebe wollten das Ergebnis erst abwarten. Herten will nun bei einem ÖPNV-Forum des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr Ansprechpartner suchen, um eine Lösung zu finden. Bereit steht dagegen ein FahrerPool. „Wir haben etwa 25 Menschen, die bereit sind, den Bus zu fahren“, sagt Herten.

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