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Naturschutz in Jüchen: Insektenhotel auf einer artenreiche Obstwiese.

Nabu Jüchen : Ein Insektenhotel auf einer artenreiche Obstwiese

Wer viel Obst ernten will, muss für eine ordentliche Bestäubung sorgen. Dieser Erkenntnis folgt der Nabu Jüchen auf der Wiese bei 3M. Dort wurde jetzt ein Insektenhotel aufgestellt.

Seit vielen Jahren pflegt der Naturschutzbund, Nabu, eine Obstwiese des Unternehmens 3M im Gewerbegebiet an der Neusser Straße am Ortsrand von Jüchen. Einer der Hauptaufgaben ist es dort, die Obstbäume regelmäßig zu schneiden, um sie vital zu halten und vor einer Vergreisung zu bewahren. Natürlich wird dann auch dort das reife Obst geerntet. Es wachsen beispielsweise Kirschbäume, Apfel- und Birnenbäume sowie Pflaumenbäume auf der rund 2. 500
Quadratmeter großen Fläche.

Um einen großen Ertrag an Obst zu bekommen, spielt die gute Bestäubung der Obstbäume durch Bienen und Hummeln eine zentrale Rolle. Das Problem: Vor allem die Solitärbienen, also nicht staatenbildende Wildbienenarten, sind in den vergangenen Jahrzehnten immer weniger geworden. Dies betrifft die Anzahl der verschiedenen Arten ebenso wie die Menge an Fluginsekten. Der Nabu-Jüchen hat sich in der Vergangenheit verstärkt um höhlenbrütende Vogelarten, wie den Steinkauz, oder auch um die selten gewordenen Schleiereule bemüht. Nun steht der Schutz von Insekten ganz weit vorne.

Auf der Wiese bei 3M kommen typische Wiesenpflanzen vor, wie etwa die Wiesenmargerite oder der Wiesensalbei. Aber auf kleinen Sonderstandorten stehen Wilde Karde oder das Johanniskraut. Insgesamt sind dort rund 20 Pflanzenarten zu beobachten. Die Grundlage für ein reiches Insektenvorkommen ist also gegeben. Und nun kommt am hinteren Rand noch ein Insektenhotel mit mehreren Sektionen hinzu. Es befinden sich dort verschiedene, hohle Bambusröhrchen und Lehmverputz mit Löchern. Dort kann der Insektennachwuchs, je nach Art, zu verschiedenen Zeiten gedeihen.

Privatleute können dem nacheifern. Selbst im kleinsten Garten oder auf dem Balkon findet ein Insektenhotel seinen Platz. Es sollte vor Regen geschützt sein. Planzen mit ungefüllten Blüten, gerne auch einheimische Wildstauden, dienen als Inesektennahrung. Auch die Brennessel sollte, wenn möglich, nicht als Raupenfutterpflanze für Schmetterlinge nicht fehlen!

(dne)