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Jüchen: Nach 50 Jahren neuer Klang für Klosterorgel

Jüchen : Nach 50 Jahren neuer Klang für Klosterorgel

Die Oblatenmissionare organisieren erstmals eine Orgelwoche im Nikolauskloster. Ihre Orgel wurde 1964 geweiht und jetzt überholt. Ab Sonntag, 19. Oktober, sind drei Konzerte und eine Führung geplant.

Zum ersten Mal organisieren die Oblatenmissionare im Nikolauskloster eine Orgelwoche. Der Anlass: Vor 50 Jahren wurde die Klosterorgel feierlich eingeweiht. Viele Jüchener kennen ihren Klang von Trauungen oder Taufen. "Wir wollen den 50. Geburtstag unserer ,Königin der Instrumente' feiern", kündigt Pater Felix Rehbock, Rektor im Nikolauskloster, an. Die Besucher können sich auf eine Überraschung gefasst machen. Denn die Orgel von der Firma Kreienbrink "wird jetzt ganz anders klingen - viel leiser und viel weicher", sagt Hauptorganist Detlef Monecke (51).

Pünktlich zum Orgeljubiläum wurde das Instrument von Grund auf überholt - sein Innenleben wurde vollständig demontiert und jede einzelne der rund 1500 Pfeifen gründlich gesäubert. Viele Kleinteile wurden angelötet - und ganz vorsichtig wurde neues Leder auf die hölzernen Pfeifen gezogen. "Nach dem Einbau aller Einzelteile und nach dem Stimmen klingt die Orgel wieder in den schönsten Tönen und ist kaum wiederzuerkennen", sagt Monecke.

Bisher seien die Organisten im Nikolauskloster nicht immer zufrieden mit dem Orgelklang gewesen. "Das Instrument klang sehr hell, man könnte schon fast sagen schrill", erinnert sich der Hauptorganist. Doch damit sei die Orgel keinesfalls eine Ausnahme gewesen. Der Klang sei typisch für den Anfang der 1960er Jahre gewesen, als die Orgel als Schleifladenorgel mit mechanischer Spiel- und Registertraktur in Osnabrück erbaut wurde.

Detlef Monecke selbst lebt seit 30 Jahren im Nikolauskloster, kümmert sich als Koch um fast alle Belage des leiblichen Wohls. "Nur für den Kuchen bin ich nicht zuständig", sagt er mit einem Lachen. "Das macht eine Extra-Abteilung." Vor zwei Jahren wurde sein Tätigkeitsfeld um die Klosterorgel erweitert. Mit dem Titel "Hauptorganist" vermag der 51-Jährige allerdings wenig anzufangen: "Ich bin derjenige, der sich um die Orgel kümmert." Keine Frage also, dass er sich sehr auf die erste Orgelwoche freut. "Mit einigen Veranstaltungen wollen wir die sonst im Hintergrund wirkende ,Königin der Instrumente' in den Vordergrund rücken", sagt Pastor Felix Rehbock.

Am Sonntag, 19. Oktober, 19 Uhr, wird Henning Dembski, Bereichsmusiker aus Düsseldorf, das erste Orgelkonzert anstimmen. Er war bis zum Jahr 2012 Kantor in der Pfarrkirche St. Andreas in Korschenbroich, zuvor Kantor in Zülpich und erhielt bereits als junger Mann den ersten Preis des Düsseldorfer "Gottfried-Schreuer-Orgelwettbewerbs". Dembski spielt Werke von Johann Sebastian Bach, Johann Pachelbel, Joseph Callaerts und Marco Enrico Bossi.

Am Freitag, 24. Oktober, 19.30 Uhr, gestaltet Stefan Palm, Kantor und Organist aus St. Marien in Neuss, das zweite Konzert in der Klosterkapelle. Er erhielt während seines Studiums internationale Preise, trat etwa mit dem Peking Symphony Orchestra auf, konzertierte für Radio und Fernsehen. Palm spielt Werke von Jan Pieterszoon Sweelinck, Dietrich Buxtehude, Felix Mendelssohn und Bach.

Mit einer musikalischen Vesper und einem Nachtgebet bei Kerzenschein wird die musikalische Woche am Sonntag, 26. Oktober, um 19 Uhr beendet. Deren Gestaltung übernimmt Detlef Monceke.

(NGZ)