Mobilität in Jüchen: CDU fordert Entlastung der Ortsdurchfahrten.

Mobilität in Jüchen : CDU fordert Entlastung der Ortsdurchfahrten

Neue Umgehungsstraßen und ein Ausbau von Bahnhöfen gehören zum Vorschlagspaket der CDU. Die anderen Parteien signalisierten Unterstützung.

Man nehme: eine Luftbildaufnahme, einen schwarzen Filzstift und eine Handvoll Ideen. Mit der so erstellten Skizze illustrierte die CDU-Fraktion im Ausschuss Tagebaufolgelandschaft ihre Verbesserungsvorschläge für die Mobilität in Jüchen. Das überzeugte offenbar auch die anderen Parteien. Am Ende passierte die Vorlage ohne Gegenstimmen den Ausschuss – und soll nun das Leistungsverzeichnis für jenen Verkehrsgutachter ergänzen, der ein Mobilitätskonzept für Jüchen ausarbeiten soll.

Die Christdemokraten hatten Vorschläge sowohl für den Autoverkehr als auch für den Öffentlichen Personennahverkehr auf der Schiene und auf der Straße gemacht. „Mit unserer Skizze wollen wir unsere Punkte verdeutlichen“, erläuterte Ralf Cremers (CDU). Man wolle dadurch keinesfalls Trassen festlegen. „Letztlich ist uns egal, ob diese einige hundert Meter weiter südlich oder nördlich verlaufen – Hauptsache, die angesprochenen Verbindungen kommen.“

Im Einzelnen sind das: Eine neue Straße zwischen der Autobahn-Anschlussstelle Wanlo südlich der A 46 über A 61 und A 44 bis zur Anschlussstelle Grevenbroich. Wo diese neue Straße die A 61/A 44 quert, soll es Auf- und Abfahrten geben. Zudem soll eine Ortsumfahrung die Bürger entlasten – von der B 59 im Norden Jüchens aus über das Planungsgebiet Jüchen-West bis zur A 46 im Süden. Beinahe spiegelbildlich schlägt die CDU eine östliche Umfahrung der Stadt vor – von der B 59 aus in östlicher Richtung, vorbei an Kelzenberg über die Gemeindestraße Kelzenberg-Gierath bis hin zur L 116 nördlich von Gierath. Die so entstehenden West-Ost Achsen sollen die Durchgangsstraße in Hochneukirch, Hackhausen, Jüchen, Schaan, Kelzenberg und Gierath entlasten. Eine Nord-Süd-Achse soll den Autoverkehr um Jüchen, Hochneukirch und Hackhausen herum führen.

Nebeneffekt: Die südlich von Jüchen geplante, rund 100 Hektar große Siedlungsfläche im Bereich des heutigen Tagebaugeländes würde gleichzeitig erschlossen. Und: Das ebenfalls erst auf dem Reißbrett angelegte Gewerbegebiet Jüchen/Grevenbroich bekäme eine Verbindung zur A 540, so die CDU.

Die Christdemokraten wollen aber nicht bloß den Autoverkehr beschleunigen. Mit Blick auf die Einrichtung einer neuen S-Bahn-Verbindung zwischen Köln und Mönchengladbach sollen die Bahnhöfe in Hochneukirch und Jüchen für den S-Bahnverkehr ausgebaut werden. Östlich von Gierath und Gubberath soll ein völlig neuer S-Bahn-Haltepunkt entstehen und mit einem „Park and Ride“-Parkplatz versehen werden. Zugleich soll diese Station als Haltepunkt in das Liniennetz der Busse aufgenommen werden – ebenso wie die Bahnhöfe in Jüchen und Hochneukirch.

Diese Vorschläge greifen Bürgerbeschwerden auf, die zuletzt im Hauptausschuss geäußert wurden. Ortschaften würden entlastet, die Mobilität gestärkt, warb CDU-Mann Cremers. Reiner Lange von der SPD signalisierte die Unterstützung der SPD. Von Gerolf Hommel, Freie Wähler, gab es einen Daumen hoch für die Anknüpfungspunkte des künftigen Siedlungsgebietes im Süden von Jüchen. Die Aufnahme in das Pflichtenheft der Verwaltung war am Ende reine Formsache.