Jüchen: Ministerin Schavan wäre stolz

Jüchen: Ministerin Schavan wäre stolz

Für afghanische Kinder spielten Top-Musiker in Jüchen. Lehrer Matthias Regniet organisierte die Veranstaltung und nutzte dafür seine Kontakte zu den Weltklasse-Künstlern. Mit dabei und viel gelobt: der Chor der Realschule.

So manche Träne floss, als Phuong Thao Dang (11) und Yana Yutyayeva (12) beim gut besuchten Benefizkonzert für die Kinder Afghanistans das Lied „Mama ana ahabak“ vortrugen. Gerade wegen des sehr jungen Alters der beiden Interpretinnen ging dieser musikalische Beitrag am Samstagabend in St. Jakobus Jüchen ganz tief unter die Haut. Denn dieses Werk von Christina Stürmer handelte von einem kleinen Kind, das von seiner Mutter beschützt werden möchte und nicht begriffen hat, dass die geliebte Mutter von einer Mine zerrissen wurde und tot ist. Ein Lied, das für die Veranstaltung stand.

Musikalischer Hochgenuss

Ein typisches Schicksal in Afghanistan. Einfühlsam und dezent war die Klavierbegleitung von Felix Knoblauch sowie Timur Tuglu am Schlagzeug. Dass der erst 15jährige Timur das Schlagzeug auch mitreißend jazzig beherrscht, bewies er nicht nur in der begeistert umjubelten „Improvisation“ in Begleitung von Martin Hammelstein am Klavier. Insgesamt erlebten die Zuhörer 90 Minuten musikalischen und kulturellen Hochgenuss. Und auch die Klasse-Musiker waren so recht angetan von der konsequenten und stimmlich tollen Vorbereitung zu diesem Konzert, das nochmals eine deutliche Steigerung in Relation zu früheren Konzerten wurde.

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Die mit vielen Preisen bedachte koreanische Pianistin Jang Eun Bae meinte: „Es sind schon tolle Sachen, die Matthias Regniet macht.“ Besonders attraktiv fand die Pianistin, dass es dem Realschullehrer und studierten Musiker durch seine vielen Verbindungen aus früherer Konzerttätigkeit gelungen war, Mitwirkende aller Altersstufen unter einen Hut zu bringen.

Dass der Anlass für das Konzert Hilfe für Afghanische Kinder ist, kommentierte Jang Eun Bae mit einem strahlenden „Das ist sowieso toll!“ Auch der mitwirkende kanadische Saxophonist und Echo-Preisträger 2005 sowie 2006, Professor Daniel Gauthier, äußerte sehr positiv: „Die große Begeisterung, die Energie und der Idealismus des Realschulchores sind nicht nur zu sehen, sondern richtig mit den Ohren zu spüren.“ Ein großes Lob!

Später war der Nationalhymnen- Komponist Afghanistans Brabak Wassa (Pfarrer Ulrich Clancett dazu bei der Vorstellung: „Er ist für Afghanistan, was Joseph Haydn für uns ist“) bei dem Lied „O Bottawálá“ einfach nicht davon abzubringen, selbst mit zu wirken. Es gab viel Applaus und Zugaben. Wäre Schirmherrin und Bundesbil-dungsministerin Dr. Annette Schavan terminlich nicht in Rostock verpflichtet gewesen, hätte sie garantiert sehr stolz sein können auf die Realschule ihres Heimatortes.

(RP)
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