Jüchen: Meral Alma präsentiert in Erkelenz ihr Fest der Farben

Jüchen: Meral Alma präsentiert in Erkelenz ihr Fest der Farben

Menschen sind ihr Thema, sie sind in allen ihren Bildern zu finden. Nun stellt Meral Alma, Künstlerin aus Jüchen, in Erkelenz aus. Eine ihrer charakteristischen Serien sind die Punks. Mit ihren bunten Haaren, auf unterschiedlich grundierten großen Leinwänden, bleiben sie in Erinnerung. In Haus Spiess sind sie in verschiedenen Räumen zu sehen. Charaktervolle Farbexplosionen erwarten die Besucher. Mehrteilige Leinwände, die zusammen eine Arbeit ergeben, füllen den Raum.

"Ich bin in Mönchengladbach aufgewachsen und zum Studium nach Düsseldorf gegangen", erzählt die junge Künstlerin, die ihr Studium kürzlich mit dem Akademiebrief abschloss. Ihren Arbeitsprozess im Laufe der Zeit beschreibt sie sehr leidenschaftlich. "Ich habe Bilder, an denen ich monatelang gearbeitet habe, Tag und Nacht, nur zum Schlafen bin ich nach Hause gegangen Ich habe gelitten und dachte, die Welt bricht zusammen." Mit der Zeit haben sich ihre Arbeiten verändert. Sie sind jetzt vielschichtiger. "Wo ich früher mit dem Filzstift dran ging, gehe ich heute mit dem Kuttermesser rein, bis Feuerfunken sprühen", erklärt sie. Es dauert Monate, bis ein Bild fertig ist. Etliche Schichten sind übereinander gemalt, und jede Schicht muss trocknen, das ist ein langdauernder Entstehungsprozess. Bei der Serie der Punks fühlt man die Persönlichkeit. Alle blicken zur Seite, doch jeder Punk ist anders. Für Meral Alma stehen Punks für Freiheit. Sie haben etwas Rebellisches und charakterisieren das eigene Bewusstsein. "Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch ein Stück Punk in sich trägt. Manche unterdrücken ihren Punk etwas, andere leben ihn mehr aus." Keines der Bilder dieser Serie ist mit dem Pinsel gemalt, Meral Alma wirft die Farbe darauf. "Ich beginne mit einer Kohlezeichnung, mache eine Skizze, dann mixe ich etwas aus Sand, Kaffee oder Ähnlichem und werfe es auf die Skizze. Das muss dann trocknen. Erst danach geht es mit der Farbe los." Das Bild muss liegen, weil die hochpigmentierte Acrylfarbe sehr flüssig ist und in Mengen aufgetragen wird, "bis es schwimmt", dann muss es trocknen und wird neu bearbeitet. Erst zum Schluss widmet sie sich dem Hintergrund.

Der Rundgang durch Haus Spiess ist ebenso vielschichtig wie die Bilder. Wenn die Lichter verlöschen, zeigen sich die Bilder bei Nacht. Durch fluoreszierende Farbe, die die Künstlerin bei verschiedenen Bildern verwendete, zeigt sich dann noch eine andere, geheimnisvolle Facette.

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Info Die Ausstellung in Haus Spiess am Franziskanerplatz in Erkelenz ist bis 1. April zu sehen: am Samstag von 15 bis 18, am Sonntag, von 11 bis 18 Uhr.

(NGZ)