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Mängelmelder werden in Jüchen immer stärker genutzt

Gemeinde Jüchen : Mängelmelder immer stärker genutzt

Dieses Jahr wurden der Gemeinde bereits mehr als 100 Mängel digital gemeldet. Besorgniserregend: Die Zahl wilder Müllkippen steigt.

Schlaglöcher, wuchernde Hecken, wilder Müll: Immer mehr Mängel werden der Gemeinde von Anwohnern elektronisch übermittelt – bequem über den Mängelmelder auf der Internetseite der Verwaltung. Das Konzept hat sich bewährt, die Zahl der Nutzer steigt. Waren es im Einführungsjahr 2013 noch 163 Mängel, die digital gemeldet wurden, so waren es im vergangenen Jahr bereits 373. 2018 wurden nach Auskunft von Rathaussprecher Jürgen Wolf bereits weit über 100 Mängel gemeldet. Dass die Zahl der Mängel insgesamt zunimmt, glaubt er nicht: „Die Mehrmeldungen über den Mängelmelder sind eher darauf zurückzuführen, dass mehr Menschen Smartphones nutzen.“

Wer ein Schlagloch, ein umgeknicktes Schild, eine defekte Ampelanlage oder ähnliche Dinge entdeckt, kann sie übers Mobiltelefon  mit Foto, Beschreibung und GPS-Daten an die Gemeindeverwaltung übermitteln, die die Mängel wiederum an die jeweils zuständigen Stellen weiterleitet oder direkt beseitigt. Immer wieder ein Ärgernis: wilder Müll. „Leider steigt die Zahl wilder Müllablagerungen im Gemeindegebiet“, erzählt Jürgen Wolf. Längst hat die Gemeinde ein eigenes „Müll-Mobil“, das ausschließlich für die Beseitigung der illegalen Ablagerungen abgestellt und täglich unterwegs ist.

Jürgen Wolf berichtet auch von Kettenreaktionen: So werde an Stellen, an denen bereits wilder Müll liegt, häufig weiterer Abfall abgelegt. „Daher bemühen wir uns, die Ablagerungen schnellstmöglich zu beseitigen.“ Die Gemeinde hat sich selbst auf die Fahne geschrieben, wilden Müll innerhalb von 24 Stunden zu entfernen. „Diesem Versprechen kommen wir nach“, betont Wolf. Ausnahmen seien gegeben, wenn Meldungen an Feiertagen oder Wochenenden erfolgen. „Andere Mängel wiederum können nicht so schnell beseitigt werden“, sagt der Gemeindesprecher. Oft liegt die Zuständigkeit nicht bei der Gemeinde. „Bei defekten Straßenlaternen etwa leiten wir Hinweise direkt an den Netzbetreiber weiter, so dass er diese reparieren kann.“

Andere Mängel arbeitet der Bauhof der Gemeinde nach und nach ab – je nach Arbeitsaufkommen und nach Gefahrensituation. Jürgen Wolf berichtet auch von saisonabhängigen Schwerpunkten: So würden im Winter etwa schlecht vom Schnee geräumte Straßen und Wege bemängelt, im Herbst entsprechend Herbstlaub – und im Sommer beispielsweise defekte Spielgeräte auf Spielplätzen. Ein „Dauerbrenner“: falsch geparkte Autos. „Die werden das ganze Jahr über gemeldet, zum Beispiel von Anwohnern, deren Ausfahrten zugeparkt wurden“, erzählt Wolf. Auch diesen Hinweisen gehe die Verwaltung nach.

Einen Überblick über beseitigte Mängel haben Nutzer im Internet: Auf ihrer Homepage veröffentlicht die Gemeinde den Status der Meldungen und die Meldungen an sich, sofern sie niemanden verletzen oder denunzieren. Auch das komme immer wieder vor, wie Wolf sagt. Anonyme Meldungen nimmt die Gemeinde nicht entgegen. Ob der Mängelmelder inzwischen persönliche Vorsprachen und Anrufe  komplett ersetzt? „Nein, es wäre aber wünschenswert, dass noch mehr Menschen vom Mängelmelder Gebrauch machen“, sagt er. Der Melder sei ein modernes Instrument, das die Arbeitsprozesse verkürze.