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Landtagspräsident André Kuper sprach mit Schülern in Jüchen über die Demokratie

Gesamtschule Jüchen : Landtagspräsident im Dialog mit Schülern

Über Demokratie sprach Landtagspräsident André Kuper mit Jugendlichen aus der Gesamtschule und aus dem Gymnasium Jüchen.

In der Jüchener Gesamtschule gehen die Pädagogen, aber auch die Schülermitverwaltung (SV) davon aus, dass sich Demokratie nicht nur erlernen lässt, sondern auch erlernt werden muss: Darin pflichtet der Schule kein Geringerer als NRW-Landtagspräsident André Kuper bei, wie er es gestern mit seinem Besuch demonstrierte. Im Forum der Gesamtschule verfolgten Oberstufenschüler der Gesamtschule und des benachbarten Gymnasiums aufmerksam die Podiumsdiskussion und beteiligten sich mit Fragen. Das Vorbereitungsteam hatte die Debatte in die Themenbereiche Klima-und Umweltschutz, Bildung und Digitalisierung, Mobilität und Wirtschaft untergliedert, wobei aber immer auch die persönlichen Ansichten des Landtagspräsidenten erfragt wurden.

Nicht zu allen Fragen antwortete Kuper direkt, da er sich an sein überparteiliches Amt gebunden fühlt, wie er betonte. Er bot aber „vor der Türe“ im Anschluss an das Plenum einen offenen Meinungsaustausch an. Eher „durch die Blume“ antwortete Kuper auf die Frage, was er von Donald Trump als Präsident halte? Kuper sagte: „Da ich mich für Demokratie einsetze, kann sich jeder vorstellen, was ich von Donald Trump halte.“ Schon fast in die Enge brachten die Jugendlichen André Kuper mit ihren wiederholten Fragen nach den AfD-Aktivitäten im Landtag. Hintergründig verwies Kuper auf die bei Landtagsdebatten ausgesprochenen Ordnungsstrafen: In den vorherigen Legislaturperioden habe es in jeweils fünf Jahren elf bzw. neun „gelbe Karten“ für Abgeordnete gegeben. In der begonnenen Legislaturperiode seien es bereits 56 und zwei Drittel davon seien an AfD-Mitglieder gegangen.

Auch ganz profane Fragen, ob man den Unterrichtsbeginn nicht später legen könnte, wurden gestern gestellt. Das sei aber Angelegenheit der Kommune, verwies Kuper an den ebenfalls anwesenden Jüchener Bürgermeister, der zum Schluss der Veranstaltung ebenfalls aufs Podium gerufen wurde. Sowohl Harald Zillikens, als auch André Kuper nutzen die Gelegenheit für eindringliche Appelle an die jungen Leute: Sie sollten die Möglichkeiten der Demokratie in Deutschland nicht als selbstverständlich hinnehmen, sondern sich beteiligen, ehrenamtlich mitwirken in Initiativen oder Vereinen, aber vor allem auch in der Politik. Gerade auch in der Kommunalpolitik seien qualifizierte junge Menschen von Nöten, die in der Lage seien, einen demokratischen Konsens mit anderen Parteien herzustellen und sich dann auch an einen so vereinbarten Kompromiss zu halten, sagte Kuper. Und so könne auch dem Druck begegnet werden, der insbesondere von rechts außen, teils aber auch vom linksextremen Lager, zur Zeit bis in den Landtag und die Kommunen hinein immer größer werde. Harald Zillikens munterte die Schüler zur Mitwirkung in der Stadt Jüchen auf. Gerade auch die älteren Aktiven in Vereinen und in der Politik seien auf „frische Ideen der Jugend“ angewiesen. Sehr viel zu gestalten gebe es jetzt im anstehenden Strukturwandel in Jüchen, wo voraussichtlich 3000 Arbeitsplätze in und rund um die Kohle verloren gehen: „An den 3000 Arbeitsplätzen hängen auch 3000 Familien“, sagte Zillikens, der auch von Arbeitsplatzverlusten bei 3M durch die Auswirkungen des Brexit in Großbritannien ausgeht.

Gundhild Tillmanns kommentier hier: Demokratie als Pflichtfach.