Jüchen: Landrat meldet sich jetzt zur Etat-Debatte

Jüchen: Landrat meldet sich jetzt zur Etat-Debatte

In die Jüchener Debatte um den Kreishaushalt schaltet sich jetzt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke ein. Der Gemeinderat hatte vergangene Woche die Verwaltung beauftragt, die Möglichkeit einer Klage oder eines Widerspruchs gegen den Kreisumlage-Bescheid zu prüfen. Politiker sehen die Kosten, die die Gemeinde für den Kreis zu tragen hat, als zu hoch an. Einer der Kritiker ist FWG-Fraktionsvorsitzender Gerolf Hommel, der "privat" der Meinung ist, der Kreis sollte aufgelöst werden.

"Das käme Jüchen billiger." Das ließ der Landrat nicht unbeantwortet. Er verweist auf die "im Grundgesetz festgelegte Garantie der Kreise als Gemeindeverbände". Zudem müsste Jüchen im Fall einer Aufgabenverteilung auf Städte und Gemeinden unter anderem die Aufgaben des Gesundheitsamtes und der Lebensmittelkontrolle übernehmen, Berufsschulen errichten, eine Musikschule betreiben oder ein Ausländeramt einrichten. Eine solche Aufsplitterung erfordere mehr Personal. Petrauschke betont, dass Jüchen nach dem aktuellen Kreistagsbeschluss bei der Kreisumlage rund 10,2 Millionen Euro zahlen müsse, also einen Umlagesatz von 39 Prozent.

Dieser würde "bei entsprechender Landschaftsumlage auf 37,5 Prozent abgesenkt. "In Jüchen wohnen fünf Prozent der Kreisbevölkerung, Jüchen ist an der Kreisumlage 2018 nur mit 3,39 Prozent beteiligt." Schon beim bisherigen Umlagesatz von 39,95 Prozent liege der Kreis NRW-weit im Mittelfeld.

(NGZ)