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Jüchener Gemeindearchivar geht: Kreis soll Archiv übernehmen

Jüchener Gemeindearchivar geht : Kreis soll Archiv übernehmen

Das Gemeindearchiv soll nach dem Weggang von Axel Bayer in die Trägerschaft des Rhein-Kreises wechseln. Der Rat muss entscheiden.

Bewegung und Unruhe ist in die "Archivlandschaft" im Rhein-Kreis Neuss gekommen, nachdem Landrat Hans-Jürgen Petrauschke seine Absicht bekundet hat, die Kommunalarchive im Kreisarchiv Dormagen-Zons zu zentralisieren. In Jüchen kommt jetzt eine zusätzliche Dynamik in den Prozess, da der bisherige Gemeindearchivar Axel Bayer seine Stelle nach 15 Jahren in Jüchen aufgibt und ab Mai als Leiter des Kreisarchivs im oberbergischen Gummersbach tätig wird.

Auch vor diesem Hintergrund sollen sich der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Rat der Gemeinde nach Vorstellung der Verwaltung dafür aussprechen, dass Jüchen die Trägerschaft für das Gemeindearchiv komplett an den Rhein-Kreis Neuss abgibt. Das bisherige Aufgaben- und Leistungsspektrum des Gemeindearchivs soll aber erhalten bleiben, heißt es in der Vorlage für die politischen Gremien.

Gemeint sind damit die Unterstützung ehrenamtlicher Arbeitskreise, die Betreuung der ehrenamtlichen Forschungsarbeit, auch Bildungspartnerschaften mit Schulen, wie die mit dem Gymnasium in Jüchen. Die Gemeindeverwaltung erhofft sich Einspareffekte. Ziel sei es, die Dienstleistungen des Gemeindearchivs mit einer Verringerung der Gesamtaufwendungen zu erhalten.

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Christiane Skierde als Kraft des Rhein-Kreises, die auch jetzt bereits stundenweise im Jüchener Archiv mit tätig war, wird diese Aufgabe voraussichtlich auch weiterhin wahrnehmen. Wenn sich die Politik für eine Archivträgerschaft durch den Rhein-Kreis entscheidet, wird sich analog zur Nachbarstadt Grevenbroich auch für Jüchen die Frage stellen, ob auch dort der Chef des Kreisarchivs Zons, Stephen Schröder, die Leitung mit übernimmt.

Für den 54-jährigen Axel Bayer, der bislang in Dormagen wohnte, ist mit dem Stellenwechsel nun auch ein Umzug verbunden. Denn in Gummersbach wird er eine Vollzeitstelle antreten, bei der ihn auch der zusätzliche Forschungsauftrag reizt. Bislang musste sich Bayer zwischen seiner halben Stelle am Jüchener Gemeindearchiv und einer viertel Stelle im Stadtarchiv von Burscheid im Bergischen Land aufteilen. Dem Jüchener Archiv möchte er aber als Mitglied im Förderverein weiter verbunden und treu bleiben, betont der scheidende Gemeindearchivar.

Besonders am Herzen habe ihm in Jüchen eine gute Betreuung der Archivnutzer gelegen, blickt Bayer zurück. Viel Freude habe ihm dabei auch die Arbeit mit Schülern gemacht, insbesondere in der Bildungspartnerschaft mit dem Gymnasium. Studenten seien hingegen nur selten mal ins Gemeindearchiv gekommen, bedauert Bayer, der dafür allerdings auch eine Erklärung hat: Die lokale Geschichte werde an den Universitäten und damit in den Arbeiten der Studenten eher stiefmütterlich behandelt.

Umso mehr freut sich Bayer, der an der Uni Köln Geschichte studiert hatte, jetzt auf seine Forschungsaufgabe zur Geschichte der Stadt Gummerbach ab dem Jahr 1919. In Jüchen hatte es der Gemeindearchivar verstanden, in seiner Vortragsreihe mit Fachreferenten seit 2004 vier Mal pro Jahr eine Vielzahl von Besuchern zu begeistern.

(NGZ)