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Korschenbroich: Paul van den Burg ist der Macher beim Tambourkorps "Bühl Auf" in Glehn

Paul van den Burg - engagiert in Glehn : Der Ehrenmajor ist Musiker und Macher

Paul van den Burg vom Tambourkorps „Blüh Auf“ in Glehn hat nicht nur Musik im Blut . Der Ehrenmajor und Oberstleutnant zeigt viel ehrenamtliches und soziales Engagement und hat die Förderung junger Leute im Blick.

Paul van den Burg sagte vor 60 Jahren begeistert „Ja“, als ihn sein zehn Jahre älterer Bruder Kurt fragte, ob er im Tambourkorps als Hornist und Querflötist mitmachen wolle. Der jetzt 71-jährige erzählt: „Auch mein Bruder Willi machte mit und meine beiden späteren Schwäger Heinz Kasper und Gerd Weidner – praktisch unsere ganze Familie machte mit.“ Bruder Kurt brachte dem Elfjährigen die Tonleitern bei. „Damals arbeiteten wir mit Hilfsnoten – unser Tambourkorps war 22 Mann stark, wir beherrschten nur 15 bis 20 Stücke und wir haben erst mal mit viel Elan alle Musikstücke, die der Verein spielen konnte, zu Papier gebracht.“ Van den Burg lernte, beim Marschieren Musik zu machen und auch, wie die Becken gespielt werden oder die große Trommel. Immer noch schwärmt er von früher: „Es war in unserer Jugend so, dass wir noch viel miteinander gesprochen haben – es gab nicht so viele Freizeitangebote – wir hatten unsere Freunde, Kino, Kirmes und das Fahrradfahren Zu den Schützenfesten in Aldenhoven und Damm sind wir zu Fuß gegangen.“

Bereits mit 16 Jahren war er Ausbilder für alle Hornisten des Vereins und seit fast 35 Jahren ist er mitverantwortlich für die Hornisten bei den Gesamtproben für das Einstudieren von neuen Märschen. Die Förderung von jungen Leuten lag ihm immer ganz besonders am Herzen – ab einem Alter von sieben Jahren konnten Kinder damals wie heute im Glehner Tambourkorps „Blüh Auf Glehn“ mitmachen, bekommen sogar Einzelunterricht. Van den Burg berichtet: „Und damit die Kinder und Jugendlichen wieder unbeschadet nach Hause kommen, fahre ich sie selbst nach den Auftritten umgehend nach Hause und warte, bis sie garantiert in der elterlichen Wohnung sind. “ Dieses bemerkenswerte soziale Engagement van den Burgs, gepaart mit so viel Verantwortungsbewusstsein war schließlich der Grund, weshalb ihm 2006/ 2007 von Schützenpräsident Udo Brockers der Titel „Oberstleutnant“ verliehen wurde. Zwei Jahre zuvor war er bereits zum ersten Tambourmajor aufgestiegen, gab dieses Ehrenamt aber bereits 2012 an den heutigen Tambourmajor Kevin Moll ab. Er selbst war ab 1978 Schriftführer und arbeitete sich in seine fast 40 Jahre Vorstandsarbeit ein.

Heute ist Paul van den Burg an seinen Epauletten mit den goldenen Schnüren, Eichenlaub und den beiden goldenen Sternen zu erkennen, dass er sich „Ehrenmajor im Rang eines Oberstleutnant“ nennen darf. Er war auch 20 Jahre lang Zeugwart und wurde 1992 erstmals zu Vorsitzenden gewählt. Erster Tambourmajor war er seit 2005, hatte aber vorsorglich schon ganz früh Kevin Moll als Nachfolger aufgebaut und das Amt des ersten Tambourmajor vor vier Jahren gerne an den jungen Mann abgegeben. „Natürlich bin ich bei vielen unserer jährlich 50 bis 55 Auftritten immer noch gerne dabei – besonders bei den ehrenamtlichen Einsätzen wie St. Martin oder kürzlich beim Kindergarten-Schützenfest der Kita Schulstraße und der Gegeneinladung beim amtierenden Glehner Königspaar – dabei geht mir das Herz auf.“

Seit fünf Jahren fährt van den Burg auch ehrenamtlich den Bürgerbus und erklärt: „Das ist genau wie bei der Musik – man macht den Leuten Freude und bekommt viel Freude zurück.“