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Kommunalwahl in Jüchen: Grüne fordern Baumschutzsatzung

Kommunalwahl 2020 in Jüchen : Grüne fordern Baumschutzsatzung

Umweltschutz, Klima-Neutralität bis 2030 und nachhaltige Mobilität stehen im Wahlprogramm. Das Tagebau-Restloch müsse schnell nutzbar gemacht werden.

Umweltschutz, Öffentlicher Personennahverkehr und die Tagebaufolgelandschaft – das sind einige der Themen im Wahlprogramm von Bündnis 90/Die Grünen. Die Partei mit Vorsitzendem Wilfried Dietrich und Fraktionschef Thomas Dederichs stellt zurzeit drei Mitglieder im Rat. „Diese Zahl wollen wir gerne halten“, gibt Dederichs als Ziel vor, angesichts der bundesweiten Prognosen für die Grünen ein klein wenig überraschend: „Die CDU Jüchen hat ein bestimmtes Stammwählerpotenzial, die übrigen Stimmen werden sich auf fünf Gruppen verteilen. In Jüchen dominiert immer noch der konservative Wähler“, sagt Dederichs.

Klar, dass der Umweltschutz im Programm groß geschrieben wird. So fordern die Grünen eine Baumschutzsatzung. „Wir wollen damit jeden Baum als schutzwürdiges Gut ins Bewusstsein rücken“, erklärt der Fraktionschef. Das bedeute nicht, „dass jeder Baum stehen bleiben muss. Ist eine Fällung notwendig, müssen aber Ersatzpflanzungen, vielleicht von mehreren Bäumen, festgelegt werden“. Die Notwendigkeit der Fällung von großen Bäumen solle ein „externer Gutachter“ attestieren.

Ein weiteres Ziel: Die Stadtverwaltung samt ihrer Einrichtungen von Schulen bis zum Baubetriebshof „soll bis 2030 klimaneutral werden“. Wie das gelingen soll? „Energie sparen, Kraftwärmekopplung einsetzen, an jeder möglichen Stelle erneuerbare Energien gewinnen. Die Stadt verfügt über fast unendliche Dachflächen, die sich für Photovoltaik eignen.“ Ein Teilerfolg. Die Grünen hätten erreicht, dass das Dach fürs geplante Feuewehrgerätehaus in Hochneukirch statisch für eine Anlage vorgesehen wird. Und dann ist da die Tagebaunachfolgelandschaft, in der Umweltschutz ebenfalls eine Rolle spielen soll. In dem großen zu entwickelnden Gebiet „haben wir dafür prädestinierte Möglichkeiten“. Als Beispiel nennt Dederichs das „Grüne Band“ rund um den Tagebau.

Dampf machen wollen die Grünen bei der Nutzbarmachung des „östlichen Restlochs“. Diese Fläche „fehlt uns in Jüchen. Wir müssen gegenüber RWE Power darauf drängen, dass das Areal nach der Verfüllung nicht Jahrzehnte ruhen muss, bevor eine Folgennutzung außer für Landwirtschaft möglich ist.“ Der Konzern habe „beim Damm für die A 44n gezeigt, dass das möglich ist“, sagt Dederichs.

Ebenfalls auf ihre Fahnen geschrieben hat Bündnis 90/Die Grünen ein „nachhaltiges Mobilitätsnetz“ mit S-Bahn, dem Ausbau der Verkehrsflächen für Radler und mit Schnellbussen: „Mit dem ÖPNV kommt man etwa nach Düsseldorf nur mit Umsteigen.“ Ein auf dem direkten Weg fahrender Schnellbus könne eine attraktive Alternative sein.