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Kommunalwahl 2020 in Jüchen: FWG will Strukturwandel forcieren

Kommunalwahl 2020 in Jüchen : FWG will den Strukturwandel forcieren

Vorsitzender Berthold Kurzawiak fordert, „auch quer zu denken“, Nischen für Jüchen zu finden. „Warum hier nicht Leinen und Hanf für nachhaltige Textilien anbauen?“, fragt er.

Klimaschutz, Strukturwandel, Schulen und Verkehr – das sind einige der Themenschwerpunkte, mit denen die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Jüchen bei der Wahl am 13. September punkten will, Die Zahl von drei Ratsmandaten zu halten, nennt Vorsitzender Berthold Kurzawiak (63) als realistisches Ziel. „Wir konnten in den vergangenen Jahren etwas bewegen. „Der Bürgermeister hat parteiübergreifend Ideen aufgegriffen“, zudem arbeite die FWG gut mit der CDU zusammen. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED etwa habe die FWG angestoßen. Die Zentralisierung der Gesamtschule geht auf unseren Antrag zurück“, nennt er Beispiele. Auch das Stadtrecht für Jüchen war unserer Thema.“ Was Kurzawiak noch vermisst, ist ein Image für die Kommune – „vielleicht die Stadt mit dem Charme einer Landgemeinde“.

Beim Strukturwandel will die FWG Dampf machen. „Der Rhein-Kreis Neuss und Jüchen hängen beim Strukturwandel hinterher, da ist nicht viel passiert. Die Politik muss Forderungen konkretisieren.“ Wichtig sei etwa die S-Bahn. Aber: „Wir sollten nicht dem Zeitgeist, dem Ruf nach Innovationsparks hinterherlaufen, sondern Nischen suchen, wo Jüchen ein Alleinstellungsmerkmal hat. Und dabei sollten wir auch quer denken. Warum sollte in Jüchen nicht Leinen- und Hanfanbau möglich sein, um nachhaltige Texitilien zu produzieren?“, nennt Kurzawiak als ein Beispiel

Klima-, Natur- und Umweltschutz spielen für die FWG eine große Rolle, „aus meiner Sicht sind wir die wahren Grünen in Jüchen“, sagt der Vorsitzende. Mit der Forderung nach einer klimaneutralen Stadtverwaltung bis 2030, etwa durch Photovoltaik, steht die FWG aber nicht allein. Daneben tritt sie für eine „nachhaltige Stadtentwicklung im Zeichen des Klimawandels“ ein. „Beim Baugebiet Jüchen-West sollten zwischen der Bebauung Schneisen geschaffen werden, um kühlere Luft in die Quartiere zu leiten, ein Aufheizen zu zu mindern“.

Zudem fordert die FWG bei Baugebieten eine „geschlossenere, verdichtete Bauweise, damit wir nicht so viel Flächen verbrauchen.“ Der Verkehrsflächenanteil solle in Baugebieten auf zehn Prozent begrenzt werden. „Wir wollen eine kommunale Verkehrswende.“ Kurzawiak schlägt eine 25-Prozent-Aufteilung vor, nach der Autos, Öffentlicher Personennahverkehr, Fahrrad und Fußgänger jeweils ein Viertel des Aufkommens ausmachen. „Und wir sollten über einen Bahn-Haltepunkt für Gierath-Bedburdyck nachdenken“, dies sei bereits eine CDU-Forderung gewesen.

Weiteren Handlungsbedarf sieht die FWG auch im Bildungsbereich, „Wir wollen auch in Zukunft gewährleisten, dass jeder Jugendliche in der Stadt Jüchen beschult werden kann. Wir sehen dafür in kommenden Jahren Ausbaubedarf für unsere weiterführenden Schulen.“