1. NRW
  2. Städte
  3. Jüchen
  4. Kommunalwahl

Jüchen: Grünen-Ratskandidat Wilfried Dietrich ist tot

Wilfried Dietrich aus Jüchen ist gestorben : Tod des Grünen-Chefs überschattet die Kommunalwahl

Der Tod von Wilfried Dietrich hat Folgen für die Wahl in Jüchen. Am Sonntag wird im Wahlbezirk 5 in Garzweiler über Landrat, Kreistag und Bürgermeister abgestimmt, die Wahl für den Rat wird verschoben.

Der Wahlkampf in Jüchen ist von einem Todesfall überschattet. Wilfried Dietrich, Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, ist am Montag mit 66 Jahren nach „kurzer, schwerer Krankheit“ verstorben, wie Fraktionsvorsitzender Thomas Dederichs am Donnerstag mitteilte. „Wilfried Dietrich hat das Bild von Bündnis 90/Die Grünen im Ortsverband Jüchen seit Jahrzehnten geprägt. Wir verlieren mit ihm nicht nur den Vorsitzenden und ein Fraktionsmitglied, sondern auch einen tollen Menschen und einen Grünen durch und durch.“

 Wilfried Dietrich war viele Jahre Vorsitzender der Grünen und gehörte seit 21 Jahren dem Jüchener Rat an.
Wilfried Dietrich war viele Jahre Vorsitzender der Grünen und gehörte seit 21 Jahren dem Jüchener Rat an. Foto: Berns, Lothar (lber)

Dietrichs Tod hat Auswirkungen für die am Sonntag anstehenden Kommunalwahlen. Seit 1999 gehörte er dem Jüchener Rat an, und er kandidierte für die Grünen im Wahlbezirk 5 in Garzweiler, dort wohnte er. Auch die Stadt erfuhr am Donnerstag vom Tod des Grünen-Kandidaten. Im Rathaus liefen Telefone heiß. Schließlich hatten bereits 221 Garzweiler Briefwahl beantragt.

Am Donnerstag Nachmittag informierte Wahlleiter Oswald Duda über das weitere Vorgehen: „Die Wahlberechtigten können am kommenden Sonntag im Wahlbezirk 5 in Garzweiler den Landrat, den Kreistag und den Bürgermeister wählen. Nur die Wahl zum Stadtrat wird zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt“, erklärte der Dezernent. Betroffen sind davon 952 Wahlberechtigte, sie erhalten am 13. September im Wahllokal in der Peter-Giesen-Halle einen Stimmzettel weniger.

Eine weitere Konsequenz: Am Wahlabend des 13. September wird die Zusammensetzung des Stadtrates noch nicht feststehen, auf das endgültige Ergebnis müssen die Jüchener noch zwei Wochen warten. Als Ersatztermin hat Kreiswahlleiter Dirk Brügge nämlich den Sonntag, 27. September, festgelegt. Für diesen Tag sind auch die eventuell nötigen Bürgermeister- und Landrat- Stichwahlen terminiert. „Ich bitte alle Bürger, am 13. September von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen“, appelliert Dirk Brügge.

Wichtig: in allen anderen 18 Jüchener Wahlbezirken wird am kommenden Sonntag auch der Stadtrat gewählt.

Betroffen sind aber auch die bislang 221 Menschen aus dem Bezirk, die bereits Briefwahl beantragt haben, um vor dem Wahltag im Wahlamt zu wählen oder ihre Stimmzettel auf den Postweg zu geben. „Bereits über die Briefwahl abgegebene Stadtrats-Stimmen werden am Wahlabend nicht ausgewertet“, erläutert die Verwaltung.

„Die gefalteten Stimmzettel für die Stadtratswahl werden ausgesondert und separat aufbewahrt, ohne dass Einsicht genommen wird“, sagt Wahlleiter Duda. Die übrigen drei Stimmen gelten. Allen Wahlberechtigten im Wahlbezirk 5, die bereits Briefwahl beantragt haben, werde die Stadt rechtzeitig vor dem neuen Wahltermin neue Briefwahlunterlagen zusenden, kündigt er an. Das Wahlamt im Rathaus wird wegen der Nachwahl zwei Wochen länger öffnen. Letzter Termin, um Briefwahl zu beantragen, wird für den Wahlbezirk 5 am Freitag, 25. September, bis 18 Uhr, sein.

Eine andere Frage ist noch zu klären: Wer geht nun in Garzweiler für die Grünen als Wahlbezirks-Kandidat ins Rennen? Nach Auskunft von Kreiswahlleiter Dirk Brügge, hat Bündnis 90/Die Grünen bis zum 22. September, 18 Uhr, die Möglichkeit, einen neuen Kandidaten zu benennen. Oswald Duda erwartet dies deutlich früher. Bereits nächste Woche soll der Wahlausschuss zusammenkommen, um den Bewerber zuzulassen. „Wir werden für die Stadtratswahl einen neuen Kandidaten benennen und stehen mit mehreren Menschen, die dafür in Frage kommen, im Gespräch“, sagte Fraktionschef Thomas Dederichs.