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Jüchen: König liebt "Wow-Effekt" beim Schützenfest

Jüchen : König liebt "Wow-Effekt" beim Schützenfest

Streng genommen haben sie Markus Austerschmidt in Damm bekehrt. Denn eigentlich wollte der Malermeister nie Schützenkönig werden. Ein bisschen sträubte er sich gar gegen das Traditionsfest. "Ich bin nicht damit aufgewachsen. Mein Kindheitstraum war es immer, Karnevalsprinz zu werden. Aber das sehe ich jetzt anders", sagt der 45-Jährige. Mittlerweile liebt er das Schützenfest, das Königssilber trägt er mit Stolz. Als Königin steht ihm Dorothee Wingerath zur Seite.

Beide genießen das Fest im Ort ganz und gar. Austerschmidt bezeichnet die Oberstparade mit Zapfenstreich, die gestern rund um das Dammer Denkmal stattfand, als seinen Höhepunkt. "Das ist aber immer schon so gewesen", sagt er. Inzwischen hat der gebürtige Düsseldorfer seine ganze Familie mit seiner neu entdeckten Schützenfestliebe angesteckt.

Heinz-Georg Esser, Präsident der Dorfgemeinschaft, freute sich über die zahlreichen Besucher im Festzelt. "Wir feiern Kirmes mit Herz. Für uns ist es das Hauptfest im Jahr", betont der 55-Jährige. Dabei konnte sich das Dorf zuletzt auch immer mehr über junge Besucher freuen. "Wir haben uns bemüht, die Jugend nach Damm zu holen. Insgesamt fünf Gastzüge verstärken dieses Jahr unser Regiment", sagt Esser. Der Präsident feiert in diesem Jahr seine 50-jährige Mitgliedschaft, 15 davon als Präsident.

Rund 400 Besucher feierten und tanzten schon am Samstag über den Zeltboden. "Es gibt nur eine Zeit vor und nach der Kirmes in unserem Dorf", sagt Austerschmidt. Mit Blick auf das Heimatfest spricht er gerne von einem "Wow-Effekt". Vor zwölf Jahren trat er das erste Mal in Kontakt mit Stefan Daumen, Zugführer des Zuges "Dammer Stolz". Vor sechs Jahren wurde Markus Austerschmidt als Mitglied aufgenommen. Auch wenn es mit dem Amt des Karnevalsprinzen nichts wurde, ist er froh, einmal im Leben Schützenkönig gewesen zu sein. Und Prinz wird er vielleicht ja auch noch irgendwann.

(RP)