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Jüchen: Kinder besuchen Otzenrather Hausmuseum

Jüchen : Kinder besuchen Otzenrather Hausmuseum

Kleine Leute staunten über die "Schätze", die Inge Broska aus dem Umsiedlungsort bewahrt hat.

Viel zu entdecken gab es gestern für neun Vorschulkinder der Kita Rappelkiste Kelzenberg: Sie besichtigten das Hausmuseum von Inge Broska in Hochneukirch, die dort Tausende historischer Alltagsgegenstände und Kunstwerke ausstellt. Der pädagogische Ansatz: Die Kinder sollen spielerisch Gegenstände kennenlernen, die früher verwendet wurden. Davon gibt es bei Inge Broska reichlich.

Für ihre Sammlung ist die Künstlerin weit über Jüchen hinaus bekannt. In den vergangenen Jahrzehnten hat sie enorm viel zusammengetragen - von Blech-Gießkannen über Fotos und ganze Möbel bis hin zu Sicherungsschaltern aus Porzellan. Und auch die Kunst kommt bei ihr nicht zu kurz: Zahlreiche Werke stellt sie in ihrem denkmalgeschützten Haus an der Hochstraße in Hochneukirch aus, viele sind von Kindern geschaffen.

Inge Broska gibt gerne Einblick in ihre Sammlung - ein Erlebnis vor allem für die Kleinen. Zum Staunen brachten die neun Mädchen vor allem eine riesige, selbst gebastelte Echse, aber auch alte Musikinstrumente und Gehäuse alter Röhrenfernseher. "Die Kinder haben sehr viel Input bekommen", resümierte Erzieherin Andrea Rohwer gegen Ende des Besuchs. Gemeinsam mit Inge Broska hatten die Kinder zuvor Gegenstände in Ton und Gips verewigt - "als Erinnerung an den Tag", sagte Erzieherin Gudrun Müller. So zeigten die Kinder etwa in Gips gegossene Kassetten, Zitronenpressen und auch ein altes Handy mit Tasten. Diese Stücke sollen auch eine Erinnerung an ihre gesamte Kita-Zeit sein, die im Sommer mit dem Wechsel in die erste Schulklasse zu Ende geht.

Tatsächlich dauert es recht lang, sich in dem Haus einen Überblick zu verschaffen: Überall gibt es etwas zu entdecken, überall stehen Erinnerungsstücke, oft aus Alt-Otzenrath, wo Broska das Hausmuseum gemeinsam mit Hans-Jörg Tauchert 1992 gegründet hatte.

Seit 2006 hält sie die Geschichte des zugunsten der Braunkohlenförderung abgebaggerten Ortes in Hochneukirch aufrecht. Von der umfangreichen Sammlung profitieren nicht nur interessierte Besucher, sondern auch diejenigen, die die Geschichte Otzenraths aufarbeiten - etwa der Geschichtskreis, dem sie selbst angehört und der derzeit an der Veröffentlichung eines Buches über Otzenrather Platt arbeitet.

Unabhängig davon möchte Inge Broska selbst ein Buch veröffentlichen, wie sie es schon seit etlichen Jahre plant. Thematisieren will sie darin die Umsiedlung ihrer alten Heimat und das Inventar ihres Museums. "Die Auswahl der Dinge, die ich in dem Buch vorstellen möchte, ist gar nicht so leicht", sagt Broska, die sich mit dem Schreiben Zeit lassen möchte.

(cka)