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Junge Union in Jüchen wird wiederbelebt

Parteiennachwuchs in Jüchen : Jüchener Jugend macht Stadtpolitik

Die Junge Union Jüchen wird mit ihrem neuen Chef Justin Krönauer frisch belebt. Die FDP-Jugend setzt ihre auf aktuelle kommunalpolitische Themen bezogene Arbeit fort. Beide stellen fest: Jugend lässt sich für Politik begeistern.

Mit 14 Jahren hat Justin Krönauer aus Jüchen-Gierath im Wahlkampf Plakate für die CDU-Landtagsabgeordnete Heike Troles aus Grevenbroich geklebt und in den sozialen Medien die Kampagne „Heike wählen“ mit betreut. Mit 15 Jahren trat der Gymnasiast in die Junge Union ein, mit 16 absolvierte er ein Praktikum bei der Bundesregierung. Und mit 17 ist er Vorsitzender der Jungen Union (JU) Jüchen, die er mit einem engagierten Vorstandsteam und etwa 15 Neumitgliedern wiederbeleben will. „Ich möchte den jungen Leuten verdeutlichen, dass die CDU keine Spießerpartei ist“, sagt der 17-Jährige, der nach dem Abitur möglicherweise Politikwissenschaften oder auch Journalismus studieren möchte. Die Politik sei seine Leidenschaft: „Ich diskutiere auch mit meinen Eltern über Politik“, erzählt er und verrät, später vielleicht einmal „in die große Politik“ zu wollen. Sein Praktikum in Berlin habe ihn schwer beeindruckt, erzählt er und zeigt sein Zeugnis. Darin hat ihm der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Tauber wortreich bescheinigt, dass sich der junge Jüchener ausgesprochen nützlich gemacht und durchaus Anlagen für die Politik gezeigt habe.

Justin Krönauer gehört zu einer Reihe von jungen Menschen in Jüchen, die über die Nachwuchsorganisationen der Parteien die Politik in ihrer künftigen Stadt Jüchen aktiv mitgestalten wollen. Auch die Nachwuchsorganisation der FDP, die Jungen Liberalen (JuLis), ist in Jüchen gut aufgestellt. Die SPD hat allerdings keine Nachwuchsorganisation mehr vor Ort. Es gibt nur einen Zusammenschluss der Jungsozialisten (Jusos) für den Südkreis, der seinen Arbeits- und Mitgliederschwerpunkt aber in Grevenbroich hat.

Der 17-jährige Justin Krönauer baut als Vorsitzender mit seinem Team die Junge Union Jüchen wieder auf. Foto: Gundhild Tillmanns

Erfahrene Mentoren aus der Politik sind das Erfolgsmodell für die JuLis gewesen, und das wird nun auch auf die Neugruppierung der JU übertragen. „Geburtshelfer“ für die JuLis war Simon Kell, der selbst über die Nachwuchsorganisation in die aktive Kommunal- und Kreistagspolitik Einzug gehalten hatte. Und Sebastian Heckhausen ist der „Ziehvater“ der JU“, wo er im neuen Vorstand noch mitarbeitet, obwohl er aber bekanntlich auch bereits Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes ist. Aber im altgedienten Vorgänger von Heckhausen, nämlich Karl-Heinz Ehms, hat der 17-jährige Justin Krönauer einen Mentor für seine ersten Schritte in der politischen Arbeit gefunden.

Dabei freut und wundert sich Krönauer, welch offene Türen er zum Beispiel auch bei seinen Mitschülern im Jüchener Gymnasium einrennt: „Ich staune, wie viele Jugendliche bei uns mitmachen möchten“, gibt er zu. Dabei werde es um lokale Themen gehen, wie die neuen Busfahrpläne für die weiterführenden Schulen oder die Schaffung von mehr Treffpunkten für junge Menschen in Jüchen, aber auch übergreifend um die demokratische Mitwirkung, um den aufkeimenden Nationalismus und Populismus zu bekämpfen.

Und auch die Jungen Liberalen in Jüchen haben für das nächste Jahr bereits erste Ziele formuliert, die JuLi-Vorsitzender Jannik Zintl so avisiert: „Im nächsten Jahr freuen wir uns auf einige Bildungsveranstaltungen, unter anderem in Kooperation mit dem Ortsverband Neuss, und auf weiterhin tolle Zusammenarbeit mit der FDP Jüchen. Unsere Themen werden auch 2019 sehr von der lokal-politischen Lage abhängig sein.“ So hatten sich die JuLis in diesem Jahr zum Beispiel kritisch mit dem Wettbewerb von Gymnasium und Gesamtschule um die Schülerzahlen und die jeweiligen Bildungsstrukturen auseinandergesetzt. Sie hatten auch Informationsveranstaltungen zum neuen Datenschutzgesetz in Deutschland und zum Waffen- und Jagdrecht organisiert. Und sie waren nach Berlin gefahren, um den Bundestag, ebenso wie Gedenkstätten zu besuchen.

Nach Berlin möchte übrigens auch Justin Krönauer im nächsten Jahr mit der JU zu einer mehrtägigen Bildungsfahrt starten. Davon verspricht er sich neben der politischen Aspekte viel Motivation und Zusammenhalt für die neu aufgestellte Jugendorganisation.