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Jüchen: Junge Leerser besuchen Jüchen

Jüchen : Junge Leerser besuchen Jüchen

Sieben Jahre plante der Gemeindejugendring das Treffen mit den Jugendlichen der Partnergemeinde Leers. Die 13- bis 16-Jährigen erlebten viel: Sie spielten Bowling, malten mit einem Graffiti-Künstler – und schliefen in Zelten.

Große weiße Zelte standen am Schulzentrum an der Stadionstraße – sie zeigten: Besuch aus Leers ist da. Unter anderem wurden im Jugendcamp Graffiti gefertigt. Mit Romain Mitow (23) wurde Schrumpffolie zwischen zwei Bäumen gespannt und als Leinwand genutzt. "Sobald die Folie abgenommen wird, ist das Werk kaputt, frei nach dem Motto: Kunst ist nicht für die Ewigkeit", erklärte Mitow. Sein Hinweis: Sich nicht an Gebäuden auszuprobieren, sondern ausschließlich dort zu sprühen, wo es erlaubt ist.

Aktion und Unterhaltung

Seit sieben Jahren planten der Gemeindejugendring um Sozialpädagoge Stefan Bredt und Vertreter der nordfranzösischen Partnergemeinde Leers das Treffen. Je 20 Teenager von 13 bis 16 Jahren nahmen am Jugendcamp teil. Dessen Ziel: die Städtepartnerschaft lebendig zu halten und neue Kontakte zu knüpfen. In vielen Bereichen arbeitet die Gemeinde Jüchen laut Bredt daran, die Partnerschaft zu pflegen. "Mit ist der kulturelle und soziale Austausch der wichtigste", betont Bredt.

Zahlreiche Aktivitäten standen auf dem Programm, so etwa der Besuch in der Lasergame-Halle in Venlo, die den jungen Deutschen und Franzosen den größten Spaß bereitet hat; zudem unternahmen sie eine Kanutour und spielten Bowling. "Wir setzen auf Aktion und Unterhaltung. Das kommt bei den Jugendlichen einfach am besten an", sagt Bredt.

Begeistert vom Jugendcamp sind auch Max Schenkel (14) und der gleichaltrige Sebastian Krack: "Die Lasergames und die Kanutour haben uns am besten gefallen. Und wir haben sogar etwas Französisch gelernt." Verständigen konnten sie sich gut mit den neu gewonnenen Freunden – "notfalls mit Händen und Füßen". Die Französin Charlotte Augem (15) war noch nie in Deutschland: "Es gefällt mir hier sehr gut. Interessant, mal in einem Zelt zu schlafen." Zum ersten Mal hatte die Gemeinde für das Jugendcamp die Mensa zur Verfügung gestellt. "Das war eine große Erleichterung für uns und viel bequemer, als in der Turnhalle essen zu müssen", sagt Bredt. In Zukunft hofft der Gemeindejugendring-Leiter, das Mindestalter auf zwölf Jahre senken zu können: "Aus der Altersklasse bekommen wir die meisten Anfragen, zumal die zweite Fremdsprache ab Klasse 6 gelernt wird."

Was Bredt sich auch wünscht: Dass sich viele Teilnehmer für den Gegenbesuch in Leers 2013 anmelden: "So können sich Freundschaften bilden, die das Jugendcamp auch überdauern können." Kontakte würden etwa über Internet-Plattformen gepflegt.

(RP)