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Jüchen: Jugendliche wollen die Tafel unterstützen

Jüchen : Jugendliche wollen die Tafel unterstützen

Was passiert eigentlich mit den Lebensmitteln im Supermarkt oder Kiosk, wenn das aufgedruckte Datum überschritten ist? Wo kommen sie hin – könnte man sie verwenden statt vernichten? Mit diesen Fragen beschäftigen sich zehn Kinder und Jugendliche aus Jüchen.

Was passiert eigentlich mit den Lebensmitteln im Supermarkt oder Kiosk, wenn das aufgedruckte Datum überschritten ist? Wo kommen sie hin — könnte man sie verwenden statt vernichten? Mit diesen Fragen beschäftigen sich zehn Kinder und Jugendliche aus Jüchen.

Als "Bundspechte" in der Nachwuchs-Organisation des "Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland" haben sie Fragebögen für Landwirte und Lebensmittelanbieter entwickelt. Ihr langfristiges Ziel so Gruppenleiterin Dr. Luzie Fehrenbacher: "Nahrungsmittel, die vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum aussortiert werden, sollten sozialen Einrichtungen wie der Jüchener Tafel zur Verfügung gestellt werden." Seit 2009 unterhält die Grevenbroicher Existenzhilfe eine Zweigstelle in Jüchen, die jeweils dienstags und freitags geöffnet ist. "Wir versorgen dort regelmäßig 80 Erwachsene und rund 25 Kinder", erläutert Initiator Wolfgang Norf (55). Zwar gebe es bereits zuverlässige Spender in Jüchen, aber: "Wir brauchen dringend weitere."

In die Tonne statt auf den Tisch

Laut einer aktuellen Studie des Verbraucherschutzministeriums bringt jeder Bundesbürger pro Jahr rund 82 Kilogramm Nahrungsmittel zur Tonne statt auf den Tisch. Erstmals wurden die jungen Jüchener im Alter von neun bis 15 Jahren auf Lebensmittelvernichtung aufmerksam, als sie den Film "Taste the Waste" sahen. "Es ist zwar ein globales Problem. Aber wir haben diskutiert, wie wir es vor Ort angehen können", erläutert Luzie Fehrenbacher. Das Ergebnis: Fragebögen an Lebensmittelverkäufer und Landwirte.

Darin wollten die Nachwuchsnaturschützer etwa wissen, wie Kaufleute mit Mindesthaltbarkeits- und Verfallsdatum umgehen und was mit diesen Produkten geschieht: Werden sie reduziert weiterverkauft, aus dem Regal genommen, an Mitarbeiter oder gemeinnützige Einrichtungen abgegeben? Von den Landwirten wollten sie erfahren, was mit der Ernte passiert, die nicht der Norm entspricht. "Noch haben wir nicht alle der rund 50 verteilten Fragebögen zurück", so Fehrenbacher. Die Auswertung müsse noch erfolgen. Was sich die "Bundspechte" wünschen: dass der Umgang mit Nahrung sorgfältiger wird. Lebensmittel, die Kaufleute vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum aussortieren, sollten gespendet werden.

(RP)