Jugendliche in Jüchen übertrugen ein Online-Spiel in die reale Welt

Live-Action-Game in Jüchen : Aus Online-Spiel wird ein Sportevent

Kinder und Jugendliche aus Jüchen und Umgebung übertrugen das digitale Spiel „Fortnite“ in ein reales Spielerlebnis – das „Jucunda Battle Royale“. Initiiert wurde die Veranstaltung vom Jugendcafe A3 und vom Stadtsportverband.

Das Online-Spiel „Fortnite“ wird immer beliebter. Weltweit spielen mehr als 250 Millionen Menschen das Survival-Game, bei dem es verschiedene Spielvarianten gibt. Beim sogenannten „Battle Royale“ geht es darum, auf einer Insel möglichst lange zu überleben. Dabei wird die Spielfläche durch einen Sturm immer kleiner und die Spieler müssen sich mit Waffen verteidigen. Genau diesen Spielmodus verwandelten Kinder aus Jüchen, Grevenbroich und Mönchengladbach am Wochenende in ein reelles Spiel.

Dazu entwickelten die jungen Teilnehmer am Samstag zunächst Regeln mithilfe von Medienpädagogen aus Köln. „In mehreren Gruppen haben die Kinder die Regeln selbst erarbeitet“, erklärt Stefan Bredt, Leiter des Jugendcafés A3 und Initiator der Veranstaltung. Am Sonntag wurde dann mehrere Stunden lang gespielt. Dazu wurde die Dreifachsporthalle in Gierath zum realen Gegenstück der virtuellen Insel umgebaut.

So liefen die Kinder in Runden von jeweils 20 Minuten mit selbstgebauten Plastik-Waffen durch die Halle, in der verschiedene Hindernisse sowie eine große Hüpfburg aufgebaut waren. Ermöglicht wurde die Spiel-Veranstaltung durch die Förderung der Stiftung „Digitale Spielekultur“ mit Sitz in Berlin. Sie ermöglichte die kostenfreie Teilnahme und finanzierte das Material und die Verpflegung.

Stefan Bredt ist sichtlich zufrieden mit der Veranstaltung: „Wir hatten 42 Anmeldungen für unser Live-Action-Game, das ist wirklich fantastisch für uns“, berichtet der Leiter des Jugendcafés erfreut. Damit, dass es so viele Teilnehmer werden, habe er nicht gerechnet. Es lässt sich jedoch erklären, warum die Kinder das Angebot so zahlreich angenommen haben: Zum einen war der Spielspaß kostenlos und die Teilnehmer erhielten am Samstag und Sonntag sogar ein Mittagessen und Getränke von den engagierten Helfern. Zum anderen ist das Spiel „Fortnite“ bei der jungen Zielgruppe äußerst beliebt. „Das Kernalter der Teilnehmer liegt zwischen neun und 13 Jahren“, erzählt Stefan Bredt.

Dass immer mehr junge Menschen sehr viel Zeit mit Computerspielen verbringen, ist ein Fakt. Und den Kindern einfach das Spielen zu verbieten, scheint auch keine Lösung zu sein. Doch genau da setzen die Organisatoren des Spiele-Events an. „Ich halte es für eine gute Lösung, das digitale Spiel in sportliche Betätigung zu übertragen“, sagt Venka Koglin, Jugendwartin des Stadtsportverbands Jüchen. „Es ist schön zu sehen, wie man aus dem Computerspiel etwas so konstruktives machen kann“, betont Koglin. Das Konzept funktioniert: „Die Kinder reflektieren sehr gut. Nach den Spielrunden wird über die Regeln diskutiert, die die Teilnehmer auch meistens einhalten“, sagt Stefan Bredt. Es sei sehr wichtig, dass die selbst aufgestellten Regeln auch beachtet werden.

Da es bei diesem ersten Versuch so wunderbar gelaufen ist, möchten die Organisatoren gerne erneut ein ähnliches Event auf die Beine stellen. „Wenn es mit der Finanzierung nochmal so funktioniert, würden wir es gerne nochmal machen“, sagt der Leiter des Jugendcafés.