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Jüchen: Jugendfeuerwehr übt 24-Stunden-Einsatz

Jüchen : Jugendfeuerwehr übt 24-Stunden-Einsatz

Beim Berufsfeuerwehrtag waren die Mitglieder der Jugendfeuerwehr 16 Mal gefordert. Sie rückten tagsüber zu einem nachgestellten Brand am Jägerhof aus. In der Dunkelheit übten sie auf Schloss Dyck die Suche eines Vermissten.

Aus allen Öffnungen dringt dichter Rauch, eine Frau ruft hektisch die Feuerwehr herbei: Offenbar ist Stammgast Klaus im Partyraum des Reitstalls am Jägerhof mit einer Zigarette in der Hand eingenickt. Zum Glück handelt es sich bei "Klaus" nur um einen Dummy aus Plastik, der Rauch stammt aus einer Maschine. Dennoch nimmt die Jugendfeuerwehr den Einsatz ernst - und rückt gleich mit fünf Fahrzeugen an, um Klaus zu retten und die Flammen zu löschen. Die realistische Einsatzdarstellung gehörte zum Berufsfeuerwehrtag der Jüchener Jugendfeuerwehr. In 24 Stunden absolvierten die 17 Jugendlichen 16 Einsätze - vom Brand über eine Rettung aus dem Hochneurkircher Hallenbad bis hin zu einer Vermissten-Suche.

Für diesen Tag wurde die Feuerwache Jüchen zur 24-Stunden-Feuerwache umfunktioniert. Seit 2002 ist die Alarmierungszentrale nicht mehr besetzt; Notrufe werden beim Rhein-Kreis angenommen. Viele der Nachwuchs-Feuerwehrleute fiebern das ganze Jahr dem 24-Stunden-Dienst entgegen. Das simulierte Feuer am Jägerhof ist nur eine von vielen Herausforderungen. "Solche Einsatzszenarios gehören zum Alltag der Berufsfeuerwehr", sagt Heinz-Dieter Abels, Leiter der Feuerwehr Jüchen. Er ist stolz auf den Nachwuchs. Auch Bürgermeister Harald Zillikens gehörte zu den Beobachtern: "Ich möchte mich vom Leistungsstand der Jugendlichen überzeugen." Ohne sie sei der Nachwuchs bei der Freiwilligen Feuerwehr in der Gemeinde nicht sicherzustellen.

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Am Jägerhof zeigen nicht nur die Jugendlichen aus Jüchen ihr Können, sondern auch zehn Mitglieder der Jugendfeuerwehr Mönchengladbach-Odenkirchen, die ebenfalls mit einem Löschfahrzeug angerückt sind. "Es kommt häufig vor, dass andere Feuerwehren aus dem Umkreis Unterstützung leisten. Dann müssen die Wehren Hand in Hand arbeiten und ihre Arbeit vor Ort koordinieren", sagt Abels. Er zieht aus der Übung am Jägerhof ein positives Fazit: "Hier und da sind noch ein paar Verbesserungen nötig, doch die Jugendlichen haben den Einsatz gemeistert." Auch Dummy "Klaus" wurde nach wenigen Minuten aus dem Rauch befreit.

24 Stunden lang verbringen die Jugendlichen in ständiger Alarmbereitschaft - so, wie es manche vielleicht später im Beruf tun werden. Kurz vor dem Einschlafen ertönt um 1.50 Uhr plötzlich wieder der Alarm-Gong: Die Jugendlichen zwischen zehn und 16 Jahren schlüpfen blitzschnell in ihre Einsatzkleidung: Ein Anrufer hatte einen um Hilfe rufenden Menschen im Dycker Schlosspark gemeldet. Dieser musste vor Ort erst einmal gefunden werden - 40 Minuten dauert die Suche.

Das riesige Areal wird dazu mitten in der Nacht mit Hilfe einer Drehleiter ausgeleuchtet. Hinter dem Vermissten steckt Feuerwehrmann Fionn Bischoffs. Fündig werden schließlich Christina Lingens (15) aus Spenrath und Jens Glaubitz (13) aus Bedburdyck. "Der Berufsfeuerwehrtag bringt uns wertvolle Erfahrungen. Bei der Personensuche ist es wichtig, nach System zu suchen und laut zu rufen", so Glaubitz und Lingens. Für sie steht fest: 2015 sind sie wieder im 24-Stunden-Dienst.

(NGZ)