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Jüchener wird Chef der Kreisleitstelle

Feuerwache im Neusser Hammfeld :  Jüchener wird Chef der Kreisleitstelle

Michael Wolff aus Holz übernimmt im Mai die Leitung der Kreisleitstelle in Neuss. Unter anderem rund 50.000 Notrufe werden dort im Jahr angenommen. Seine Feuerwehrlaufbahn begann 1989 im Löschzug Hochneukirch.

30 Jahre lang ist er zu Feuerwehreinsätzen ausgerückt, nun kann er seine Erfahrungen in einer anderen, verantwortungsvollen Funktion einbringen – mehr im Hintergrund. Michael Wolff aus Holz wird neuer Leiter der Kreisleitstelle in Neuss. Bereits seit Dezember hat er dort seinen Arbeitsplatz – zunächst als stellvertretender Leiter. Am 1. Mai soll er die Leitung der Leitstelle übernehmen. Sein Vorgänger Thomas Dilbens geht dann in den Ruhestand. Von der Leitstelle des Rhein-Kreises Neuss in der Feuerwache im Hammfeld aus wurden 2020 insgesamt 140.920 Anrufe angenommen, 7402 Feuerwehr- und 43.076 Rettungsdiensteinsätze in die Wege geleitet.

Menschen zu helfen, das war Antrieb für Michael Wolff, als er 1989 der Freiwilligen Feuerwehr Jüchen beitrat, im Löschzug Hochneukirch aktiv wurde. Beruflich hatte der heute 48-Jährige zunächst eine Ausbildung zum Maler und Lackierer absolviert. Dann sattelte er um, machte seine Passion auch zum Beruf. Michael Wolff wurde hauptberuflicher Feuerwehrmann. Er war zunächst zehn Jahre bei der Flughafenfeuerwehr Düsseldorf, danach bei der Feuerwehr Neuss. 2013 wechselte Wolff zur Feuerwehr Grevenbroich. Dort war er stellvertretender Fachbereichsleiter und Sachgebietsleiter für vorbeugenden Brandschutz und Personal, war aber auch bei Einsätzen vor Ort.

Bis zum Jahr 2006 rückte er weiter auch als Ehrenamtlicher im Löschzug Hochneukirch aus. In Erinnerung geblieben ist etwa der Großbrand einer Papierfabrik in Jüchen – „der Einsatz dauerte mehrere Tage“. Erfahrungen aus vier Feuerwehren und drei Jahrzehnten bringt Michael Wolff für seine neue Aufgabe mit. „Ich fühle mich sehr wohl hier“, sagt er. Zuständig sein wird er als Leiter für insgesamt 40 Mitarbeiter der Kreisleitstelle. In Schichten nehmen jeweils sechs Disponenten die Notrufe aus den acht kreisangehörigen Kommunen entgegen, fragen ab, was passiert ist, setzen dann die jeweils erforderlichen Kräfte in Marsch. Die Bandbreite der Notrufe „reicht von der Katze im Baum bis zum Großbrand und zur Schiffshavarie“. Meistens rückt nach Notrufen aber nicht die Feuerwehr, sondern der Rettungsdienst aus. Bei einem ungewöhnlich großen Einsatzaufkommen werden in der Leitstelle  zusätzliche Plätze besetzt.

Dort liegt nun „die komplette Logistik und Personalbereitstellung“ in der Hand von Michael Wolff. Mehrere technische Änderungen stehen dort bevor. „Im ersten Quartal 2021 wird auf die digitale Alarmierung umgestellt“, berichtet er. Die Feuerwehren und Hilfsorganisationen seien dafür vom Kreis mit Digitalfunkempfängern – Pager genannt – ausgerüstet worden. Im Laufe des Jahres solle auch der – abhörsichere – Digitalfunk eingeführt werden.

Und dann wird derzeit auch das Abfragesystem für die Notrufeingänge umgestellt. Einer der Vorteile für den Disponenten: „Mit dem neuen Programm haben wir beispielsweise die Möglichkeit, auf einem Bildschirm direkt zu sehen, welche Fahrzeuge sich gerade wo befinden“ – etwa wenn sie nach Einsätzen auf dem Rückweg seien. So könne der Disponent die der Einsatzstelle am nächsten befindlichen Kräfte alarmieren. Für den Anrufer ändere sich aber durch die Umstellung nichts.

Im Beruf rückte Michael Wolff bislang mit Blaulicht und Martinshorn aus. In der Freizeit sorgt der verheiratete Vater eines Sohnes in der Jägerkapelle Hochneukirch auch für laute Töne – auf der Trompete. Das Instrument muss allerdings zurzeit öfter pausieren als sonst üblich. Schützenfeste und auch Proben fallen derzeit der Corona-Pandemie zum Opfer.