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Jüchener Stadtarchiv an das IT-Portal des Rhein-Kreises Neuss angeschlossen worden

Stadtbücherei in Jüchen : Im neuen Stadtarchiv kann auch digital recherchiert werden

Das neu strukturierte Stadtarchiv eröffnet durch den Anschluss an das IT-Netz des Rhein-Kreises die digitale Recherche in den Archivbeständen in der Zentrale in Zons ebnso wie in allen Archiven im Bundesland.

Seitdem Jüchen zur Stadt geworden ist, gibt es auch das Gemeindearchiv nicht mehr. Das neue Stadtarchiv Jüchen ist seit Januar eine Nebenstelle des Kreisarchivs in Zons und wird zu beschränkteren Öffnungszeiten als das vorherige Gemeindearchiv von Christiane Skirde weiter betreut. Sie hatte aber bereits fünf Jahre lang mit dem verabschiedeten Archivleiter Axel Bayer zusammengearbeitet. Doch die Umstrukturierung sei gelungen, das Archiv werde weiterhin gut angenommen, berichtet Skirde. Außerdem ist das Jüchener Stadtarchiv ab sofort an das IT-Netz des Rhein-Kreises Neuss angeschlossen. So können die Nutzer des Stadtarchivs auch auf den Bestand des Zentralarchivs in Dormagen-Zons und auf die dort bereits digitalisierten Dokumente zugreifen. Dafür wurden die beiden Datenbanksysteme mit den Erschließungsinformationen zum Archiv in einer Datenbank vereinigt.

Kreisarchivleiter Stephen Schröder sagt dazu: „Archive sind vor allem Dienstleister. Durch die Anbindung unserer Außenstelle an das IT-System des Rhein-Kreises Neuss können Nutzer, die sich für Themen der Jüchener Geschichte interessieren, zukünftig schneller und einfacher an das für sie relevante Archivgut gelangen.“ Wer beispielsweise in der Jüchener Außenstelle etwas über die Historie von Schloss Dyck erfahren wolle, der finde in der vereinigten Archivdatenbank nicht nur knapp 50 Hinweise auf in Jüchen verwahrte Archivalien, sondern auch 450 weitere Treffer, die auf in Zons lagernde Akten, Bilder und andere Archivgüter verweisen. Bereits digitalisierte Unterlagen könnten von beiden Standorten eingesehen werden. „Dies ist insbesondere schon bei Bildern, Grafiken und Karten möglich“, verdeutlicht Schröder.

Auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes sehen einen Mehrwert der Archiv-Kooperation für die Nutzer und sagen: „Das zeigt, dass durch die Zusammenarbeit deutliche Synergieeffekte erzielt werden können.“ Sie hatten sich zusammen dem Jüchener Bürgermeister Harald Zillikens vor Ort von den neuen Recherchemöglichkeiten überzeugt.

Schröder schränkt aber ein: „Die Bestände von Archiven werden niemals komplett digital erfasst werden. Das wäre viel zu aufwendig, wenn man bedenkt, dass ein Dokument vielleicht 200 Seiten hat und womöglich nur einmal oder auch nie von einem Interessenten zur Einsicht angefordert wird.“ Aber der Zugang zum Internetportal funktioniere wie ein Findbuch bis hin zum NRW-Portal für alle Archive im Bundesland.

Deshalb bleibt auch weiterhin „etwas zum Anfassen“ in Form von Tausenden von Dokumenten, Bildern und Gegenständen im Jüchener Stadtarchiv verwahrt und für geschichtsinteressierte Besucher zugänglich. Um das Interesse am Archiv und an der Stadtgeschichte zu wecken, hat Christiane Skirde auch regelmäßig Kindergartengruppen zu Gast. Den Kindern präsentiert sie dann alte „Wälzer“ in Sütterlinschrift oder die besonders beliebten alten Klassenfotos. „Die Kinder sind sehr gute Beobachter und außerordentlich interessiert“, stellt Skirde fest. Fortgesetzt werde auch die Bildungspartnerschaft mit dem Jüchener Gymnasium. Und mit der Gesamtschule Jüchen soll laut Hauptamtsleiter Jürgen Wolf möglichst auch noch eine Archiv-Kooperation geschlossen werden. Noch einspielen muss sich laut Skirde die weitere Zusammenarbeit mit dem neuen Geschichtsverein, der sich aus dem ehemaligen Förderverein nach der Umstrukturierung der Stadtbücherei gebildet hat. Allerdings hätten schon zwei Vorträge in Kooperation mit dem neuen Verein stattgefunden, betont Schröder.