Jüchen: Jüchener singen die Borussia-Hymne

Jüchen: Jüchener singen die Borussia-Hymne

So klang die Hymne der Fohlen-Elf noch nie: Musiklehrer Matthias Regniet und Musikstudent Felix Knoblauch haben eine Konzertfassung für Chöre geschrieben. Zur Aufführung am 17. Mai kommt Vereinsvizepräsident Siegfried Söllner.

Für Gladbach-Fan Joshua Klinger (16) gibt es keinen schöneren Fan-Gesang: "Ja wir schwören Stein und Bein auf die Elf vom Niederrhein, Borussia unser Dreamteam, denn du bist unser Verein". Die Hymne der Fohlenelf hat der Sekundarschüler oft im Stadion gesungen: "Ich bin seit zwölf Jahren Borussen-Fan, verpasse kaum ein Heimspiel."

Jetzt wird Klinger seinen grün-schwarzen Schal bei einer Uraufführung tragen: Der Pop- und Kammerchor "Projekt 007" stellt am 17. Mai erstmals eine Konzertfassung von "Die Elf vom Niederrhein" vor - im Stil der A-Capella-Gruppen "Wise guys" und "Basta". Geschrieben wurde diese für sechsstimmigen Chor von Musiklehrer und Chorleiter Matthias Regniet sowie Musikstudent Felix Knoblauch. Die Jüchener werden sie erneut beim Venezia Music Festival singen.

Eigentlich hätte Matthias Regniet lieber eine Dortmund-Hymne neu arrangiert - denn für diese Borussia schlägt sein Herz. Doch den Gladbachern zollt er durchaus sportlichen Respekt: "Toll, was sie geleistet haben." Allerdings: Einen Fanschal wird Regniet zur Uraufführung nicht umlegen - darauf verzichten auch die Anhänger des 1. FC Köln, die zum "Projekt 007" gehören. "Das wäre dann doch zu weit gegangen", erzählt der Chorleiter und lächelt. Für sie hat Regniet auch die eher neutralen Liedzeilen ausgewählt. Doch die Borussen-Fans unter den rund 26 Sängern werden es sich nicht nehmen lassen, Farbe zu bekennen - so wie Joshua Klinger.

Warum Regniet und Knoblauch die Vereinshymne bearbeitet haben: Der Pop- und Kammerchor reist am 3. Juni erstmals zu einem Chorfestival in Venedig. "Die Festivalleitung hat uns ausdrücklich aufgefordert, nicht nur englischsprachige Lieder einzuüben", erzählt Matthias Regniet. Das wäre zu langweilig. Stattdessen wünschte sie sich landestypische Werke, idealerweise mit einem lokalen Bezug. Und was liegt für einen Chor, in dem Gladbach-Fans singen, näher als "Die Elf vom Niederrhein"? Schließlich hat auch Regniet dieses Lied bereits oft gehört - wenn er im Borussia-Park Duelle zwischen den Fohlen und seiner Borussia verfolgte. "Aus meiner Sicht ist sie eine der besten Vereinshymnen in Deutschland. Sie bot sich daher zur Bearbeitung an", sagt der Sekundarschullehrer.

Mit der Komposition verknüpft der Jüchener Chor einen Dank an die Borussen-Stiftung, die die Festivalteilnahme finanziell unterstützte. Die Partitur soll bei der Aufführung im Forum der Real- und Sekundarschule an Vertreter des Vereins überreicht werden. Einer, der sein Kommen bereits angekündigt hat, ist Vereinsvize Siegfried Söllner. Vielleicht wird er von einer größeren Delegation - auch mit Mitgliedern der Mannschaft - begleitet. Doch das wird sich erst kurz vorher entscheiden. Daniel März (Gitarre), Felix Knoblauch (Klavier) und Timur Tuglu (Schlagzeug) werden den Projektchor begleiten; Regionaldekan Ulrich Clancett übernimmt die Moderation des Konzerts.

Doch so viel Freude die Bearbeitung der Fohlen-Hymne auch bereitet: Für Matthias Regniet gibt es nur eine Borussia - die schwarz-gelbe.

(NGZ)