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Jüchener Pfarrer kritisieren Gottesdienst-Empfehlung der Bundesregierung

Gottesdienste in Jüchen : Pfarrrer halten zu Ostern an Präsenzfeiern fest

Zu einem Verbot von Präsenzgottesdiensten zu Ostern hat sich die Kanzlerin zwar nicht durchgerungen, aber zu einer Empfehlung, lediglich Digitalgottesdienste zu streamen. Der Jüchener Pfarrer Ulrich Clancett ist verärgert, dass die Kirche damit den „Schwarzen Peter“ bekommen hat.

Ostern nun doch keine Präsenzgottesdienste? Pfarrer Ulrich Clancett hatte noch in der Nacht die neuen Entwicklungen zu den Corona-Verordnungen gelesen und ärgert sich seither: „Wir haben mal wieder den Schwarzen Peter zugeschoben bekommen. Die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten haben sich nicht zu einem Verbot der Präsenzgottesdienste durchgerungen, weil sie wissen, dass ihnen das jedes Gericht um die Ohren werfen würde. Mit der reinen Empfehlung, nur Digital-Gottesdienste anzubieten, haben wir die Verantwortung und damit den Schwarzen Peter“, schimpft Clancett. Allerdings wisse er selbst noch nicht, wie er Ostern verfahren werde: Das katholische Büro müsse jetzt zu einer Gesamtlösung finden, mit der aber erst in den nächsten Tagen gerechnet werden könne.

Clancett wird deutlich: „Wir Kirchen sollten das Schwarzer-Peter-Spiel der Bundesregierung nicht mitmachen. Wir sollten uns auf die geltenden Bestimmungen der Staatskanzlei für NRW berufen und somit unsere Ostergottesdienste in Präsenz und wie geplant stattfinden lassen.“ Dabei erhofft sich der katholische Geistliche eine „deutliche ökumenische Antwort“ und wünscht sich ein gemeinsames Beibehalten der katholischen und evangelischen Kirchen an den geplanten Osterfeiern.

Eine Absage der Präsenzgottedienste zu Ostern habe schließlich auch Auswirkungen auf die Vorbereitungen der Erstkommunion, gibt Clancett zu bedenken und schimpft: „Es ist eine Mischung aus Hilflosigkeit und Versagen, was uns die Regierung jetzt wieder in der Pandemie beschert.“

Auch der evangelische Pfarrer Horst Porkolab will an den geplanten Präsenzgottesdiensten festhalten: „Es sei denn, es gibt ein Verbot durch die Regierung“, relativiert er und sagt: „Wir wollen nicht zu einer Geistergemeinde werden.“ Der letzte Rest an persönlichen Begegnungen, die man unter Corona-Auflagen noch beibehalten könne, sei existentiell für die Gemeinde.