Hochwasser in Jüchen Hochwasserschutz zieht sich weiter hin

Jüchen · Der beauftragte Generalentwässerungsplan für Bedburdyck und Stessen wird voraussichtlich erst im März 2020 fertiggestellt. Schon seit 2016 sollen Lösungen entwickelt werden, die bei Starkregen Überschwemmungen verhindern.

Im Juni 2016 stand nach einem heftigen Gewitter mit Starkregen das Wasser in Bedburdyck 40 Zentimeter hoch auf den Straßen und lief in die Keller. 15 Keller waren alleine an der Mittelstraße und an der Martinusstraße voll gelaufen. Die Feuerwehrmänner wateten in Gummistiefeln durch die überfluteten Straßen und pumpten das Wasser ab. Seither sind zwar Jahre vergangen, der Betriebsausschuss hatte längst ein Generalentwässerungskonzept in Auftrag gegeben. Daraus sollen dann baulich-technische Lösungen für den Hochwasserschutz abgeleitet und umgesetzt werden. Doch das beauftragte Ingenieurbüro sieht sich jetzt aufgrund von Überlastung nicht in der Lage, den Generalentwässerungsplan vor Frühjahr 2020 zu erstellen: Darüber wird der Umwelt- und Verkehrsausschuss in seiner nächsten öffentlichen Sitzung am 7. November informieren.

Bei der Extremwetterlage in 2016 gab es Vollalarm in Jüchen und die Feuerwehr musste 40 Mal ausrücken. Es zog sich allerdings noch bis zum Mai 2018 hin, bis der Fachausschuss einen Lösungsvorschlag für das Hochwasserproblem in Bedburdyck erarbeitete. Beschlossen wurde zunächst die Erstellung eines Generalentwässerungsplanes für Bedburdyck und Stessen, der im Jahr 2018 auch in Auftrag gegeben wurde. Als mögliche Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz, die dann je nach dem Resultat aus diesem Generalentwässerungsplan abgeleitet werden können, gelten eine Kanalerweiterung, oder als große Lösung ein Flutgraben oder ein Regenrückhaltebecken entlang des oberhalb gelegenen Ackers.

Die drei Lösungsvorschläge hatte ein anderes Ingenieurbüro als das mit dem Entwässerungsplan beauftragte bereits entwickelt. Die Krux ist allerdings, dass das gesamte Kanalnetz untersucht werden muss. Sonst besteht die Gefahr, durch eine punktuelle Verbesserung an einer Stelle möglicherweise nur eine Verschiebung des Problems an einen anderen Bereich in der Kanalisation zu verursachen, hatte Michael Prömpers, der bei der Gemeinde für den Abwasserbereich zuständig ist, informiert. Der Generalentwässerungsplan soll auf den Regendaten basieren, die in der Messstation in Kelzenberg gewonnen werden und Rückschlüsse auf Bedburdyck und Stessen zulassen.

Wie die Stadt jetzt bekannt gibt, werde der Generalentwässerungsplan allerdings erst im März 2020 abgeschlossen. Demnach können die Ergebnisse erst zur Sitzung des Betriebsausschusses am 18. Mai 2020 vorgestellt werden. „Wir hatten gehofft, das der Plan zum jetzigen Zeitpunkt bereits fertig ist“, sagt Dezernent Oswald Duda. Dennoch habe die Stadt bereits Maßnahmen unternommen, die insbesondere das anliegende Feld betreffen. Zum einen wurde die Pflugrichtung geändert, damit das auf den Acker regnende Wasser nicht direkt auf die Straßen fließt. Zum anderen wurde ein fünf Meter breiter unbepflanzter Streifen zwischen Acker und Straße eingerichtet, der als natürliche Wallung dient. In Hinblick auf die für 2020 angepeilten Arbeiten versichert Duda: „Starkregen der üblichen Art sollten dann zu keinen Schäden mehr führen.“